1. Der Maedchenhaendler


    Datum: 15.12.2017, Kategorien: Betagt,

    ... lange aus dem Haus."
    
    Lola strahlte übers ganze Gesicht.
    
    "Na, das hört sich doch wunderbar an. Also wenn ich darf ... ich würde Ihr Angebot schon sehr gerne annehmen."
    
    Kapitel 3
    
    Wolfgang schaute in den Rückspiegel. Da war sie. Langsam fuhr er durch die schmalen Seitenstraßen seiner Siedlung und lotste Lola bis auf die Auffahrt seines kleinen Häuschens. Dann half er ihr bei den Koffern und Taschen, die den Kofferraum ihres Wagens füllten.
    
    Das Häuschen war eher klein. Unten Küche mit Speisekammer, Wohnzimmer und ein Gäste-WC. Im ersten Stock das Schlafzimmer, sein Arbeitszimmer, ein Bad und eben das Zimmer seines Sohnes, der allerdings seit ewigen Zeiten hier nicht mehr übernachtet hatte.
    
    Wolfgang stellte die Koffer ans Fußende des Bettes und öffnete den Wandschrank.
    
    "Bettzeug finden Sie hier. Nehmen Sie sich was Sie brauchen."
    
    Lola schaute sich in dem Zimmer um und dann sah sie Wolfgang glücklich an.
    
    "Ich bin Ihnen wirklich sehr dankbar. Ich verspreche Ihnen auch, gleich morgen nach einem Zimmer zu schauen. Versprochen!" Dabei hielt sie die Hand zum Schwure hoch und lächelte Wolfgang an.
    
    "Ich mach mir noch einen Kaffee. Möchten Sie auch ...?"
    
    Lola verzog etwas den Mund.
    
    "Wäre vielleicht auch noch ein kleines Teebeutelchen zu finden ...?"
    
    Wolfgang saß am Küchentisch und hatte sich gerade eine Zigarette aus seinem Etui genommen, als Lola die Küche betrat.
    
    "Darf ich?", fragte sie und schaute auf den Stuhl vor ...
    ... ihr.
    
    "Selbstverständlich!", sagte Wolfgang und schob ihr die Tasse mit dem Teebeutel hin. "War leider nur noch Kamillentee da", meinte er mit den Schultern zuckend.
    
    "Ist doch super", grinste Lola.
    
    Wolfgang, der Kamillentee nur an sich heran ließ, wenn er wirklich todkrank war, schüttelte sich. Die ihr angebotene Zigarette nahm Lola dankbar an.
    
    Die Beiden fachsimpelten dann noch eine ganze Weile, bevor Lola aus dem Gähnen nicht mehr heraus kam und sie krampfhaft bemüht war, die Augen offen zu halten.
    
    "Ich glaube, wir machen Schluß für heute, was meinen Sie", fragte sie und schaute Wolfgang flehend an.
    
    "OK. Morgen ist ja auch noch ein Tag", antwortete Wolfgang und stellte die Tassen in die Spüle.
    
    Kapitel 4
    
    Ein Donnerschlag, der das kleine Häuschen erzittern ließ, riß Wolfgang aus dem Schlaf. Er schielte zur Uhr auf dem Nachttisch. 02:17. Draußen entlud sich ein Sommergewitter mit heftigem Donnergrollen und Blitzen, die ein gleißendes Licht ins Zimmer warfen. Der Regen klatschte heftig an die Scheiben und Wolfgang spürte seine Blase. Auf dem Weg zum Bad kam er am Kinderzimmer vorbei. Verwundert stellte er fest, daß die Tür offen stand und die kleine Nachttischlampe mit ihrem Licht das Zimmer erhellte. Erst als er noch einmal genauer hinschaute, sah er Lola in einer Ecke auf dem Boden kauern. Mit beiden Händen hielt sie ihr Kopfkissen umschlungen und preßte es gegen ihre Brust. Dicke Tränen liefen ihr über die Wangen und sie schluchzte leise.
    
    "Hey Mädchen. Was ist denn los mit ...
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