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HomoLepus 12
Datum: 13.11.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... Hoffnung wurde nicht erfüllt. Wohl eine Stunde lang saß ich dort und konnte nichts entdecken. Darum stand ich auf und versuchte mein Glück an dem Blockhaus. Hier kam ich aber auch wie zuvor nicht weiter. Es lag unberührt da und ein Spinnennetz an der Tür zeigte mir mehr als deutlich, dass schon einige Tage niemand mehr hindurchgegangen war. Also würde ich das Rätsel auch an dem Tag nicht lösen. Ich ging langsam zur Wiese zurück, wollte aber noch nicht ganz zurück, denn ich erwartete, nichts Interessantes vorzufinden. Also ging ich am Rand der Wiese entlang und bekam aus dem Augenwinkel eine Bewegung am anderen Rand mit. Etwas huschte dort entlang und ich blieb wie angewurzelt stehen. Leider war es nicht die Häsin, sondern ein Reh, was sich langsam und vorsichtig der Wiese näherte. Das frische Gras mit seinen Kräutern und Blumen hatte es angezogen und jetzt wollte es auch davon fressen. Also blieb ich noch einen Augenblick ruhig stehen, um ihm dabei zuzusehen. Es dauerte nicht lange und das Reh war nicht mehr alleine. Ein Zweites und ein drittes tauchten auf. Zum Schluss waren es dann acht die sich jetzt mit mehr Mut auf die Wiese trauten. Sie sicherten zwar noch nach allen Seiten, aber gingen dann doch dazu über, friedlich und ruhig zu äsen. Da sich diesen Anblick zu schön fand und ich sie nicht erschrecken wollte, setzte ich mich im Zeitlupentempo auf einen kleinen Hügel, der direkt hinter mir war. Das hätte ich lieber nicht machen sollen. Die Rehe störte ...
... es zwar am Anfang nicht, dass ich dort saß, aber die Ameisen, auf deren Haus ich parkte. Zuerst bemerkte ich sie nicht. Dafür war das Fell zu dicht und sie brauchten eine ganze Weile, bis sie mit klar machen konnten, dass ich nicht erwünscht war. Wohl einige Hundert von ihnen krabbelten durch das Fell und fanden dann meine ungeschützten Hände. Das war aber nicht das Schlimmste. Die Klappe zwischen meinen Beinen war nicht so dicht, dass sie nicht hindurchgefunden hätten. Das war dann der Moment, als die Rehe fluchtartig die Lichtung verließen und stattdessen ein wildgewordener rosa Hase über die Wiese rannte und die unmöglichsten Verrenkungen machte. Als ich weit genug vom Ameisenhügel war, riss ich mir das Fell vom Körper und säuberte mich von den Tieren, die sich schon bis auf meine Haut vorgearbeitet hatten. Dann begann eine lange Suche nach den übrigen Quälgeistern, was mich die nächste Stunde vollkommen beschäftigte. Erst dann konnte mich wieder anziehen, meinte aber immer noch einige von ihnen zu fühlen. Das war wahrscheinlich nur Einbildung, aber ich beeilte mich trotzdem zum Gut zu kommen, um ein anderes Fell anzuziehen. Im Haus angekommen, sauste ich gleich nach oben, warf das alte Fell in die Waschmaschine und duschte zur Sicherheit, damit nicht doch noch einer der Krabbler an mir herumirrte. Erst danach fühlte ich mich wieder gut und das ungute Gefühl verschwand. Dann ging ich wieder nach unten, denn mein Magen knurrte und der Tisch war inzwischen gedeckt ...