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HomoLepus 12
Datum: 13.11.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... standen nur vier Worte. „Danke für alles, Anna!" Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet und öffnete das mit Hasen übersäte Geschenkpapier mir größter Vorsicht. Hervor kam eine dieser modernen interaktiven Spielekonsolen, die es seit Neustem gab. Was sich Anna dabei gedacht hatte, war mich nicht ganz klar, aber vielleicht fand sie, dass ich mich zu wenig bewegte. Um es ehrlich zu sagen, tat ich es in meiner Wohnung auch nicht. Die meisten Schritte tat ich zum Kühlschrank und zurück, ansonsten saß ich am Küchentisch oder auf dem Sofa. So gesehen war es vielleicht sogar der berühmte Wink mit dem Zaunpfahl. Vielleicht machte es mir ja sogar Spaß. Zumindest konnte ich es mir vorstellen. Ich nahm Anna in meine Arme und bedankte mich mit dieser Geste bei ihr. Damit sie sah, dass ich mich drüber freute, brachte ich das Paket sofort ins Wohnzimmer. Hier packte ich es sofort aus und begann es an den Fernseher anzuschließen. Gut, das die Installation dieser Geräte fast ein Kinderspiel war. Ich liebe zwar alles, was mit Technik zu tun hat, aber es muss gleich funktionieren. Wehe ich muss mich noch lange damit beschäftigen oder es hat sogar einen Defekt. Einen Defekt, der keiner sein muss, denn meistens saß das Problem vor dem Gerät und nicht darin. Deswegen veränderte ich auch nichts mehr, was funktionierte. Besser weniger Funktionen als herumspielen und gar keine mehr haben. Alles so ähnlich wie bei meinem Laptop. Oder wie hieß das noch so schön auf Deutsch: „Veränder ...
... kein laufendes System!" und daran hielt ich mich immer. Wie schon gesagt, war der Anschluss kein Problem und schon hielt ich einen dieser Kontroller in der Hand, der meine Bewegungen auf die Mattscheibe brachte. Die beiliegende Demo machte fiel Spaß doch Anna hatte schon damit gerechnet, dass nur eine Demo beiliegen würde, und hatte noch fünf Spiele dazu gekauft. Ab dann saßen wir beide vor dem Gerät und spielten so lange, bis es dunkel war und uns die Augen brannten. Dabei hatten wir noch gar nicht alle Spiele ausprobierte. Zwei waren noch gar nicht angefasst worden und ich war schon gespannt darauf, wie diese sein würden. Am nächsten Morgen, als sich Anna schon längst wieder ihrem Studium zugewandt hatte, ging ich ins Wohnzimmer und warf das nächste Programm ein. Zu diesem Spiel gehörte eine Matte, die man auf den Boden legte und mit der Konsole verbunden wurde. Mit druckempfindlichen Sensoren versehen übertrug es sich, wenn man darauf trat. Ehrlich gesagt kam ich mir am Anfang etwas lächerlich vor. Ich sah auf dem Fernseher, was ich machen sollte und ich machte es nach. Wenn ich dabei darüber nachdachte, wie das bei mir aussehen würde, musste selbst ich lachen. Ein rosa, riesiger Hase mit Knickohr hüpfte nach einer Musik vor dem Fernseher herum und machte dabei die schlimmsten Verrenkungen seit Langem. Aber da es niemand sehen konnte, versuchte ich es trotzdem. Die Frau auf der anderen Seite war ja morgens nicht da. Was soll ich sagen, es machte seltsamerweise ...