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HomoLepus 12
Datum: 13.11.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... sehr gelungen war. Was ich allerdings dabei vergaß, war, dass die Frau von gegenüber inzwischen wieder von der Arbeit zurück sein musste. Aber nach einer leicht peinlichen Schrecksekunde musste ich bei den Gedanken lächeln und vergaß ihre nicht körperliche Anwesenheit wieder. Ich hatte mich inzwischen an den Gedanken gewöhnt, dass sie öfter bei mir war, als ich davon wusste. So verging der Abend sehr kurzweilig und wir hatten viel Spaß mit den Spielen. Es war von Anna eine gute Idee gewesen. Es war schon fast wieder Morgen, als wir dann endlich ins Bett gingen. Ich war erschöpfter als ich es zugegeben hätte. Diese sportlichen Übungen waren wirklich nicht von schlechten Eltern. Bevor ich meine Augen schloss, drehte ich noch einmal meinen Kopf in Richtung Anna. Ich konnte sie relativ gut erkennen, denn das Mondlicht, was durch das Fenster schien, fiel fast direkt auf sie. Wie fast immer lag sie zusammengerollt dort und war inzwischen eingeschlafen. Durch das Mondlicht traten ihre Gesichtszüge weicher hervor und sie sah irgendwie niedlich aus. Sie war mir regelrecht ans Herz gewachsen. Ich kannte sie zwar noch gar nicht so lange, aber sie war eher so etwas wie eine Schwester für mich als eine Frau. Die Gedanken über eine Partnerschaft hatte ich längst nach hinten gedrängt und befand es so wie es war für viel besser. Vielleicht war es aber auch so, dass ein körperlicher Kontakt zwischen uns alles gefährden könnte. Allerdings dachte ich auch kaum noch daran, darum ...
... kam ich auch nicht in Versuchung. Wir ergänzten uns, lebten sozusagen in Symbiose. Wobei ich bei dem Ausdruck schmunzeln musste. Gerade als ich zum Schlafen meine Augen schließen wolle, kam Bewegung in ihre Körper. Sie drehte sich um und zeigte nun mit dem Rücken zu mir. Dabei hatte sie jetzt die Decke mit auf die andere Seite genommen und ihr kleiner Po lag nackt im Mondlicht. Ein kleiner, süßer Apfelpo strahlte mir entgegen und meine Augen wanderten darüber, als wenn es ein Leckerbissen wäre. Mir lief förmlich das Wasser im Munde zusammen und ich hätte beinahe meine eben noch gedachten Vorsätze über Bord geworfen. Aber ich konnte mich und meine Hände unter Kontrolle halten und drehte mich einfach in die entgegengesetzte Richtung, um diesen aus meinem Sichtfeld zu bekommen. Ohne die Möglichkeit sie zu sehen, ging es mir besser. Das Einzige was ich mit in den Schlaf nahm war das kleine Muttermal, das sie auf der einen Backe hatte und aussah wie ein kleines Herzchen. Dann schlief ich ein und erwachte erst wieder, als sie sicher schon in einer Vorlesung saß. Das Leben so wie ich es führte machte sich bemerkbar. Ich hatte keine festen Zeiten mehr, die mein Leben regelten. Die einzigen Konstanten waren noch die Essenszeiten, aber auch nur dann, wenn Anna zur gleichen Zeit nach Hause kam. Das geschah aber nur, wenn sie keinerlei Schicht beim Pizzaservice hatte. Ansonsten ging ich spät ins Bett und stand immer später auf. Es erwartete mich schließlich nichts, keine Arbeit, ...