1. HomoLepus 12


    Datum: 13.11.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... Spaß und ich keuchte schon nach wenigen Minuten vor Anstrengung. Das viele herumsitzen und wenig bewegen hatte meinem Körper ganz schön zugesetzt und jetzt bemerkt ich die Defizite, die sich aufgetan hatten. Sicher, ich war nie sonderlich sportlich gewesen, aber ich war viel zu Fuß gegangen oder mit dem Fahrrad zur Uni gefahren. All das war weggefallen und mein Körper war es nicht mehr gewohnt, sich zu bewegen. So gesehen hatte Anna recht gehabt. Ich musste etwas für mich tun, und wenn ich schon nicht nach draußen gehen konnte, dann wenigstens so.
    
    Das Einzige was mich störte war, dass die Matte aus einem relativ rutschigen Material gemacht worden war und meine Füße darauf keinen Halt fanden. Also sann ich nach einer Lösung, die ehrlich gesagt dann vollkommen verrückt wurde. Mein erstes Kostüm, was ich überhaupt bekommen hatte, war inzwischen trotz guter Pflege relativ abgenutzt. Also begann ich, es zu verändern. Zuerst schnitt ich nur die Füße ab und konnte mir jetzt ein Paar Sportschuhe anziehen, was sich etwas komisch anfühlte. Immerhin hatte ich lange keine Schuhe mehr angehabt, denn die brauchte ich normalerweise nicht. Aber da ich diese schon lange getragen hatte, gewöhnte ich mich schnell wieder daran. Aber das reichte mir noch nicht. Ich fand ein breites Tuch, was ich mir wie ein Schweißtuch um die Stirn band. Schon sah ich verwegener aus als zuvor, was ich dann noch steigerte, als ich über das Fell, noch eine weite Boxershorts zog.
    
    Als ich mich jetzt im Spiegel ...
    ... sah, musste ich mehr als lachen. Ich hielt mir den Bauch und war davon überzeugt, dass ich jetzt als Maskottchen für einen Sportverein auftreten könnte. Sozusagen als Pausenclown der das Publikum zum Lachen brachte.
    
    Mit dieser Vorstellung im Kopf und mehr als guter Laune machte ich den nächsten Versuch und war sofort davon überzeugt, dass es eine gute Idee gewesen war, zumindest was die Schuhe betraf. Selbst die Shorts hatte ihre Vorteile, jetzt schlabberte mein Bauch nicht mehr ganz so stark hin und her und es war angenehmer sich auf der Matte zu bewegen.
    
    Es dauerte nicht lange und ich hatte den Bogen raus. Immer besser konnte ich der Musik folgen und fand den Rhythmus. Also tanzte ich viele der Stücke mit, musste mir dann aber eingestehen, dass meine Kondition nicht die beste war. Also beschloss ich, regelmäßig etwas für meinen Körper zu tun. Es konnte einfach so nicht weiter gehen.
    
    Gegen frühen Nachmittag kam Anna wieder nach Hause. Wir aßen ein wenig und dann gingen wir ins Wohnzimmer. Sofort verschwand ich und zog mich wieder so an, wie am Nachmittag. Als ich dann wieder zurückkam, lachte sich Anna fast kaputt. Das rächte sich, denn ich hatte sowohl die Matte als auch das Spiel wieder so verpackt, als wenn es noch nie benutzt worden wäre. Ich tat so, als wenn ich das Spiel noch gar nicht kennen würde und besiegte Anna als Naturtalent um Längen. Ich weiß nicht, ob sie den Betrug bemerkte, es mir aber gönne zu gewinnen. Trotzdem fand ich, dass mir die Überraschung ...
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