1. HomoLepus 12


    Datum: 13.11.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... Hobbys hinter sich hatte. Sie ging Tiefer, und da Tanja ebenso viele Themen drauf hatte wie ich, war die nächste Zukunft gesichert. Ihr Spektrum war sehr groß, wusste von allem etwas und wenn einmal nicht, dann interessierte sie sich ziemlich schnell dafür. Schon am nächsten Tag hatte sie dann im Internet herumgestöbert und hatte zumindest etwas Ahnung davon, wovon ich schrieb. Aber es war ein Geben und Nehmen. Es war nicht nur bei ihr so, sondern bei mir ebenfalls. Ich lernte zum Beispiel sehr viel über Parfums und Mode, wobei sie geradezu einen Modetick hatte. Ich weiß, Klischee, aber es war nun einmal so.
    
    Da sie nicht weit weg war, konnte ich mir zumindest ihren Modetick an ihr ansehen. So hatten wir einen Tag, an dem sie sich immer wieder umzog und sich dann am Fenster, auf einem Stuhl stehend präsentierte. Sie hörte allerdings sofort damit auf, als sie schrieb, dass ein Mieter unter mir ebenfalls sehr neugierig geworden war. Sie wollte die Show nicht für ihn machen, sondern nur für mich und das schmeichelte mir sehr.
    
    Sie hatte einen wirklich tollen Geschmack, und da ihre Figur es auch zuließ, wirkte es alles sehr gut abgestimmt und fließend. Eine Kombination fand ich mehr als gelungen und hätte nie daran gedacht, dass es funktionieren könnte. Sie trug in diesem Moment einen nicht zu kurzen schwarzen Minirock und eine darüber hinweg reichende Jacke in gleicher Farbe. Als wirklichen Kontrast dazu hatte sie dann relativ hohe, grüne Pumps an und einen im gleichen grün ...
    ... gehaltenen Gürtel, der um ihre Taille geschlungen war. Der Kontrast war enorm und ungewöhnlich, aber sah fantastisch aus. Hätte sie jetzt vor mir gestanden und einen Fuß mit Schuh auf meinen Oberschenkel gestellt, ich glaube ich hätte diesen angefangen zu streicheln.
    
    Ich sprach ihr einen Lob aus der sich schon fast überschwänglich anhörte, aber er war nach meiner Meinung gerechtfertigt. Daraufhin feixte sie ein wenig herum, dass meine Mode etwas einfacher sei. Immerhin sei ich ja immer in Rosa gekleidet. Das würde die Wahl etwas einschränken.
    
     Das ließ ich nicht auf mir sitzen. Ich stand auf und zog mir das natürlich aussehende Fell über. Dann stellte ich mich ebenfalls ans Fenster und drehte mich ein paar Mal im Kreis. Als ich dann wieder am Schreibgerät saß, fragte sie mich schelmisch, ob es die Blume auch in verschiedenen Farben gäbe.
    
    Ohne auf die Frage zu antworten, fragte ich zurück, ob es auch noch Ferngläser mit anderer Brennweite gäbe. Tanja verstand den Wink mit dem Zaunpfahl sofort. Daraufhin kam nichts mehr von ihr, was mein Outfit betraf und ich frage nichts mehr über Linsen. Somit waren die Grenzen eindeutig abgesteckt und wir hielten uns daran. Diese beiden Themen kamen nicht mehr auf den Bildschirm und wir waren wohl beide froh darüber.
    
    So trafen wir uns jeden, der nächsten Tag im Netz und es wurde sehr kurzweilig. Allerdings ging das nur, weil sie im Moment Urlaub hatte und von daher mehr Zeit. Wir nutzten es so gut es ging und würden auch später ...
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