1. HomoLepus 12


    Datum: 13.11.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... gedankenversunken an ihrem Getränk zu nippen. Ich tat es wie sie, nur durch den Strohhalm, der für mich lebenswichtig war.
    
    Es war mehr Alkohol darin, als ich zuerst vermutet hatte, aber trotzdem schmeckte der Cocktail sehr fruchtig und lecker. Dazu kam die mehr als anheimelnde Stimmung, denn die Sonne ging gerade feuerrot unter und man hatte den Eindruck, als wenn alles um einen herum die Luft anhielt. Kein Hauch war zu fühlen und selbst das Gezwitscher der Vögel war verstummt.
    
    So saßen wir selbst dann noch da, als sie Sonne dann wirklich hinter dem Horizont verschwunden war und sich langsam die Dämmerung über uns ausbreitete. Sie legte sich wie ein Tuch über uns und wir lösten uns erst davon, als dann doch ein jetzt kühlerer Windstoß plötzlich über uns hinweg fuhr. Sowohl Sandra als auch ich mussten leicht frösteln und beschlossen ins Haus zurückzugehen, was sich gut traf, denn die Gläser waren inzwischen geleert und ich hatte die richtige Bettschwere erreicht, denn der Drink tat seine Wirkung.
    
    Nur ein Glas, was zugegeben ein großes gewesen war, und schon hatte ich einen leichten Glimmer. Es kam vielleicht daher, dass ich lange keinen Alkohol mehr getrunken hatte und war von daher nicht mehr im Training. Auf der anderen Seite empfand ich es auch gar nicht so unangenehm. Immerhin hatte ich nichts mehr vor und es sah auch nicht so aus, als wenn ich noch etwas tun müsste. Von daher war es nicht schlimm.
    
    Sandra verschwand nach oben in ihrem Schlafzimmer und ich war ...
    ... mir noch nicht sicher, wo ich nächtigen wollte. Dann entschied ich mich dazu, auf dem Heuboden zu schlafen. Also ging ich in die Scheune und war wenig später oben angekommen.
    
    Es war relativ dunkel dort oben und nur das fahle Mondlicht, was zu den Fenstern herein kam, leuchtete mir ein wenig. Da ich aber wusste, wo ich hin wollte, war es gar nicht so schwer, mein Nachtlager zu finden. Ich fand den großen Strohhaufen, der mir in Erinnerung geblieben war, und streckte mich darauf aus. Dann blieb ich regungslos liegen und schloss meine Augen. Doch wie immer wenn man meint, müde zu sein, will der Schlaf sich nicht einstellen. Vielleicht lang es aber auch daran, dass mich mehr Geräusche umgaben, als ich gedacht hätte. Das Gebälk über mir hatte sich über den Tag mit Wärme vollgesaugt und gab es jetzt wieder ab. Dabei zogen sich die Balken wieder zusammen und so manches Mal knackte es sehr deutlich. Dazu raschelte es immer wieder um mich herum im Stroh. Ich nahm an das es Mäuse waren, die sich hier wohl fühlten, obwohl ich mich fragte, wovon sie lebten. Immerhin gab es hier kein Tierfutter, denn ich hatte hier noch nie ein echtes Tier gesehen.
    
    Also lauschte ich in die Nacht und nahm die Geräusche mal näher mal weiter weg wahr. Als ich dann fast der Meinung war, nicht mehr schlafen zu können, schlief ich ein. Aber so ist das ja fast immer im Leben. Man bekommt einfach nicht das, was man gerne hätte, es tritt eher das Gegenteil ein.
    
    Am nächsten Tag machten Sandra und ich noch ...