1. HomoLepus 12


    Datum: 13.11.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... Weg an. Dann überbrückte ich auch noch den Rest des Weges bis zum Blockhaus. Hier war sie nicht zu sehen. Also ging ich zur Tür und sah nach dem Spinnennetz, was davor gespannt gewesen war.
    
    Es war zerrissen, obwohl es noch neu aussah und ich war mir fast zu hundert Prozent sicher, dass sie in dem Haus war. Diesmal beließ ich es nicht dabei, sondern klopfte ein paar Mal gegen die Tür. Aber obwohl ich mir sicher war, dass sie es hören musste, wurde die Tür nicht aufgemacht. Es blieb alles still und ruhig, nur unterbrochen von meinem pochen.
    
    Es machte irgendwann keinen Sinn mehr. Ich sah ein, dass sie nicht aufmachen würde, und hörte damit auf, gegen die Tür zu poltern. Stattdessen ging ich mit hängenden Schultern zurück zum Weg und drehte mich dann plötzlich und unerwartet um. Ich konnte sehen, wie sich einer der Vorhänge bewegte, aber das würde mir auch nichts nützen. Sie würde nicht aufmachen. Aber zumindest wusste ich jetzt, dass sie wenigstens ab und zu dort war.
    
    Wieder im Landhaus angekommen, machte ich das, was ich zuvor schon vorgehabt hatte. Ich ging ins Kissenzimmer, ließ mich auf einen Stapel fallen und dachte noch einen Moment über die Häsin und das Blockhaus nach. Doch meine Augen waren in zwischen so schwer geworden, dass ich wenig später im Land der Träume herum wandelte.
    
    Wenn man in einem Haus ohne Zeit ist und selber auch kaum noch danach lebt, werden Stunden zu Minuten und Sekunden zu Tagen. Man verliert irgendwann das Zeitgefühl und ist sich ...
    ... nie sicher darüber, wie spät es eigentlich ist. Die innere Uhr versagt auf ganzer Linie und man richtet sich eher danach, wie die Sonne steht oder was auch immer. Wie spät es genau ist, weiß man dann nicht mehr.
    
    Als ich dann wieder aufwachte, hätte ich auch nicht sagen können, wie spät es eigentlich war, nur der Lichtschein durch das Fenster deutet mir an, dass noch Tag war. Also erhob ich mich nach einiger Zeit aus meiner überaus bequemen Position und reckte mich erst einmal sehr genüsslich. Dann stand ich träge auf, um ins Bad zu gehen. Ich glaubte einen pelzigen Geschmack auf der Zunge zu fühlen und wollte diesen mit Hilfe von Mundwasser beseitigen.
    
    Ich kam ins Bad und sah zu meinem Erstaunen ein neues, rosa Kostüm auf dem Boden liegen. Während ich meinen Mund mit dem nach Pfefferminze schmeckenden Wasser spülte, ging ich zu dem Fell und hob es auf und musste lächeln, denn es stimmte etwas nicht damit.
    
    Derjenige, der es hergestellt hatte, musste entweder ein Witzbold oder unfähig gewesen sein. Es war viel zu groß oder besser gesagt zu weit. Ich hätte gut und gerne zweimal hineingepasst, denn sie Ärmel und Beine waren mehr als weit, dazu war der Rumpf ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Alles in allem wäre es für jemanden etwas gewesen, der sicher mehr als das doppelte von mir gewogen hätte.
    
    Als ich es mir allerdings genauer ansah, bekam ich Zweifel an der Version mit dem übergewichtigen Menschen. Ich sah es mir genauer an und entdeckte noch drei große ...
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