1. HomoLepus 12


    Datum: 13.11.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... Unterschiede. Zuerst fiel mir auf, dass es zwei Halsöffnungen hatte, was mich dann mehr als stutzig machte, dazu war der Reißverschluss nicht an der Seite, sondern zog sich direkt über den Bauch dahin. Was mir dann noch zum Schluss auffiel, war die Tatsache, dass es keine Klappe hatte. Aber die hatte ich ja selber hineingebaut, also zählte das nicht wirklich.
    
    Ich grinste noch ein wenig vor mich hin, legte es sorgfältig auf einen im Bad stehenden Stuhl und kümmerte mich wieder um das Zeug, was ich immer noch im Mund hatte. Inzwischen brannte mir die Zunge von dem Zeugs und ich wollte es endlich los werden. Wie immer sah ich nicht in den Spiegel, wenn ich vor dem Waschbecken war, sondern wartete erst ab, bis ich den Kopf wieder übergestülpt hatte. Dann war ich wieder der, der ich sein wollte.
    
    Fröhlich vor mich hin summend verließ ich das Bad und ging in den Garten. Hier befühlte ich das Fell, welches jetzt direkt in den letzten Sonnenstrahlen des späten Nachmittags hing und sich leicht im Wind hin und her bewegte. Es war fast trocken und ich war guten Mutes, dass es dann am nächsten Tag wieder einsatzbereit sein würde.
    
    Als ich mich dann wieder umdrehte, um zum Haus zurückzugehen, stand Sandra in der Tür und sah mich schweigend an. Dann winkte sie mich ins Haus hinein, ging aber schon einmal vor, ohne auf mich zu warten.
    
    Ich fand sie in der Halle wieder, während sie an dem Tisch mit einer mir vollkommen unbekannten Frau saß. Diese sah mich ankommen und hielt mich ...
    ... mit ihren fast riesig wirkenden Augen fixiert. Des Weiteren war sicher noch erwähnenswert, dass sie vollkommen lila Haare hatte. Nicht so eines wie man mit Auberginen in Verbindung bringt, sondern wirklich in einem kräftigen lila, als wenn sie in einen Tuschkasten gefallen wären. Durch diese volle Farbe wirkte zumindest ihre Gesichtshaut recht hell, wenn nicht sogar weiß. Ansonsten war sie eine ganz normale Frau, wenn man das so sagen konnte.
    
    Sie sah mich noch einen Augenblick an, wendete dann aber ihren Blick von mir ab und unterhielt sich noch einen Augenblick mit Sandra. Das war dann der Moment, in dem ich mich frage, warum ich überhaupt hereinkommen sollte. Keiner der beiden schien mich weiterhin zu registrieren und ich fühlte mich wie das fünfte Rad am Wagen. Ich wollte mich auch nicht mit an den Tisch setzten, denn ich war mir fast sicher, dass ich dort nicht unbedingt erwünscht war. Also trollte ich mich wieder in den Garten, setzte mich auf einen der Stühle, die auf der Terrasse standen, und genoss den langsam hereinbrechenden Abend.
    
    Später kam Sandra noch mit auf die Terrasse, wobei sie zwei fast groß zu nennende Gläser in den Händen hielt, in denen eine bunt zu bezeichnende Flüssigkeit schwappte. Ihren Besuch hatte sie allerdings nicht mitgebracht und so nahm ich an, dass dieser gegangen war und die Drinks für uns waren. Bevor Sandra sich setzte, reichte sie mir wie erwartet eines der Gläser. Dann setzte sie sich selber auf einen Stuhl neben mir und begann ...