1. Neulich im Kummerkasten


    Datum: 01.03.2026, Kategorien: Schamsituation Deine Geschichten

    ... meine Brüste. Rasch zog ich Lippenstift und Lidschatten nach und trat hinaus.
    
    Der Empfangsraum war jetzt gefüllt mit etwa zwanzig Männern, alle gut gekleidet, Alter zwischen fünfundzwanzig und fünfundvierzig. Ein leises Raunen ging durch die Menge, als ich mit meinem Tablett voller Sektgläser auftauchte. Die nächste halbe Stunde verbrachte ich damit, Gläser zu verteilen, Blicke zu meiden, während ich spürte, wie Augen auf meinem BH, und auf meinen Hinter klebten.
    
    Harald kam zu mir, legte einen Arm um meine Taille. Seine Hand war feucht. „Das Top, Süße. Das muss weg. Sieht scheiße aus.“
    „Das war so nicht ausgemacht…“, flüsterte ich.
    „Ich geb’ dir hundertfünfzig extra. Sofort. Bar.“
    Ich blickte auf die Männer, die mich jetzt anstarrten. 150 Euro. Das war mein Monatsbudget für Lebensmittel. Ein innerer Widerstand brach unter dem Gewicht dieser Zahl zusammen. Mit zitternden Fingern zog ich das durchsichtige Top aus, ließ es zu Boden fallen. Jetzt saß nur noch der BH über meinem Korsett. Die gierigen Blicke der Männer waren kaum zu ertragen.
    
    Doch Harald war noch nicht fertig. Sein Blick wanderte zu den Trägern meines BHs. „Der auch. Passt nicht zum Look. Sieht amateurhaft aus.“
    „Nein“, stammelte ich. „Das nicht.“
    „Nochmal fünfzig oben drauf.“
    Fünfzig Euro. Für einen Moment sah ich die Rechnung für meine Semestergebühren vor mir, die in zwei Wochen fällig war. Meine Hände bewegten sich wie von selbst nach hinten, lösten den Haken. Ich ließ den BH von meinen Schultern ...
    ... gleiten und warf ihn auf den wachsenden Haufen meiner Kleidung neben der Bar. Meine Brüste waren jetzt völlig frei, die kühle Luft traf auf die spitzen, harten Nippel, die sich vor Angst und einer perversen Art von Aufregung aufgerichtet hatten. Ein kollektives, gieriges Einatmen ging durch den Raum. Und in diesem Moment, als all diese Augen auf meinem nackten Fleisch ruhten, spürte ich es zum ersten Mal: nicht nur Scham. Es war ein heißer, elektrischer Strom der Aufmerksamkeit, der mich durchflutete. Ich war der Mittelpunkt. Ich war begehrt.
    
    Ein jüngerer Gast mit modischer Brille kam zu mir. „Der Slip sticht so raus“, sagte er leise, fast höflich. „Passt nicht zum Leder. Für fünfzig Euro?“
    Fünfzig. Das war mehr, als ich für drei Stunden als Akt-Modell bekam. Ich nickte, fast benommen und zog die Panties aus. Als ich aufsah, war der Fünfziger schon in meiner Handtasche, die auf der Bar lag. Jetzt trug ich nur noch in Korsett und die schwarzen Overknees, die jeden Kontur meiner Beine betonten. Die Luft auf meiner nackten Haut war eine ständige, entwürdigende Erinnerung – und doch, je länger die Blicke auf mir lasteten, desto mehr verschwand das Gefühl der Erniedrigung und verwandelte sich in eine berauschende Macht. Ich schenkte Sekt aus und lächelte dabei, ein schiefes, verführerisches Lächeln, das ich nicht kannte. Ich genoss es, wie ihre Augen mir folgten, wie ihre Gespräche verstummten, wenn ich vorbeiging.
    
    Die Grenzen verschwammen mit jedem weiteren Glas Sekt, das ...
«1234...»