1. Juliana und die Piraten 4


    Datum: 31.03.2020, Kategorien: Macht / Ohnmacht

    Du bist Gefangene und Beute unserer Mannschaft, und wecke nicht unnötig Begehrlichkeiten, so hat also Larissa Juliana in ihre Schranken verwiesen. Juliana schläft schlecht. Am nächsten Tag gibt sie sich alle Mühe, die ihr auferlegten Arbeiten möglichst gut und insbesondere unauffällig zu erledigen. Die Frage, weshalb sie als Gefangene überhaupt arbeiten soll, wagt sie sich nicht zu stellen. Männern, die sie ansprechen, antwortet sie freundlich, aber einsilbig. Bemerkungen über ihr Äusseres überhört sie geflissentlich. Glücklicherweise ist sie am Abend, als Folge der beiden vorangegangenen Nächte mit wenig Schlaf und der ungewohnten körperlichen Arbeit, hundemüde, was ihr nun doch ermöglicht, die Nacht von Freitag auf Samstag durchzuschlafen. Überrascht stellt sie fest, wie leicht sie sich an die Hängematte gewöhnt hat.
    
    Im späten Vormittag des Samstags kreuzt die \"Adrienne\" ein viermastiges Handelsschiff unter spanischer Flagge, die \"Cordoba\". Offenbar kennen die beiden Kapitäne einander, jedenfalls steuern die beiden Schiffe aufeinander zu. Es beginnt ein reges Handeln: Jean-Christof Lerouge, der Kapitän der \"Adrienne\" bietet dem Kapitän der \"Cordoba\" grosse Teil seiner Ladung, also der Beute aus den Überfällen der letzten Zeit an. Der Spanier zeigt sich nur mässig interessiert, ist jedoch nach einigem Hin und Her doch bereit, dieses und jenes, letztlich mehr als die Hälfte des Angebotenen zu übernehmen und Jean-Christof Lerouge dafür eine grössere Zahl von ...
    ... Silbermünzen und sogar einige goldene sowie in kleinerem Umfang Lebensmittel, die auf der \"Adrienne\" knapp geworden sind, auszuhändigen. Juliana hat den Eindruck, die ganze Feilscherei sei über weite Strecken ein Spiel der beiden Kapitäne gewesen. Sie hilft mit, die verkauften Beutestücke von der \"Adrienne\" auf die \"Cordoba\" zu schleppen. Mitten in dieser Arbeit hört sie den Kapitän der \"Adrienne\" nach ihr rufen. Sie begibt sich zu ihm und muss ihn zum Hinterdeck der \"Cordoba\" begleiten. Dort fragt dieser den spanischen Kapitän, wie viel er für das Hühnchen biete. Juliana erschrickt, doch natürlich weiss sie: In der Karibik ist Menschenhandel alltäglich, und sie ist nun einmal Beute einer Piratenmannschaft. Der Spanier greift mit der Hand an ihr Kinn, dreht ihren Kopf mehrmals nach links und wieder nach rechts, hält mit gelangweilter Stimme fest, das Profil sei annehmbar, und befielt ihr, das Maul aufzusperren, bemerkt, das Gebiss scheine komplett und nicht offensichtlich schadhaft zu sein. Juliana weiss nicht, was sie davon halten soll. Sie wähnt sich auf dem Viehmarkt. Dann erklärt sich der Spanier in herablassendem Ton bereit, das Mädchen genauer zu prüfen. Juliana versteht nicht, was das heissen soll, bis ihr Kapitän sie barsch anfährt, ob sie einer besonderen Einladung bedürfe, sie solle, und zwar sogleich und ohne hin und her, Arsch und Titten und überhaupt alles freilegen, was an ihr sehenswert sein könne. Juliana kommt dieser Aufforderung widerstandslos und ...
«1234...8»