1. Orcs und Mdchen


    Datum: 06.09.2019, Kategorien: Sci-Fi & Phantasie Autor: byKrystanX

    Kira war ein hübsches Mädchen. Sie ging tag für tag ihrer Arbeit als umherziehende Bäckerin nach. Ihr strohblondes Haar fiel ihr über ihre braune Weste, welche sie über ihre weiße Bluse gezogen hatte. Dazu trug sie einen blauen Rock, welcher schon leicht zerschlissen wirkte.
    
    Ihr Weg führte sie täglich auf der Königsstadt durch die kleinen Siedlungen im südlichen Wald. Kira führte ein hartes Leben, auch wenn sie meist ein Lächeln auf den Lippen trug, während sie auf den Straßen Händler, Soldaten und Abenteurer traf. Jeder schien die junge Frau zu mögen, denn sie brachte frisches Brot zu günstigen Preisen in ihrem Umhängebeutel mit sich.
    
    Sie griff in ihren Beutel. Der Duft frischen Brotes umspielte ihre Nase. Die ganz Nacht hatte sie in der Backstube verbracht. Hatte den Teig verrührt und leckere Brötchen gebacken. Nun war es an der Zeit sie an den Mann zu bringen, aber erst einmal, so dachte die junge Frau, sollte sie sich ein Frühstückchen gönnen.
    
    Kira holte eines der Brötchen heraus und biss vergnügt in den frischgebackenen Teig. Es war noch warm und durchflutete ihre Sinne mit einem himmlischen Geschmack. Es tat gut etwas Warmes an diesem kalten, nebligen Morgen in den Mund zu nehmen. Ihre Kaumuskeln setzten sich in Bewegung. Rasch schluckte sie den Brei hinunter und sah sich um.
    
    Heute war es ungewöhnlich ruhig. Der Nebel, der aus den finsteren Wäldern des Südens über den Grenzfluss gezogen war, mochte viele Reisende abgeschreckt haben. Manche sagten, der  Nebel verberge Monster und Gefahren. Normal hatte Kira keine Angst sich in diesen gespenstischen Schleiern zu bewegen, doch heute war auch sie ein wenig beunruhigt.
    
    Durch den Krieg gegen die Orcs waren oft Soldaten auf den Straßen zu sehen. Nun konnte sie kaum die Hand vor Augen erkennen. Bäume am Wegesrand blickten bedrohlich auf sie herab, wenn sie unvermittelt auftauchten, wie Schatten aus einer anderen Welt. Kira überlegte kurz zurück in die Stadt zu gehen, doch das kam nicht infrage. Sie musste ihr Tagewerk vollbringen, denn sonst würden die Leute hier, die sich Tag ein Tag aus auf sie verließen, heute Hungern.
    
    Dem Hunger ein Schnippchen zu schlagen war Teil ihres Stolzes als Bäckerin. Sie wusste, dass sie weder besonders gut kämpfen, noch zaubern, noch heilen konnte. Sie war nur eine einfache junge Frau. Trotzdem wollte sie etwas tun, damit es den geplagten Menschen besser ging.
    
    So ging sie weiter in das unbekannte Zwielicht ihrer sonst so vertrauten Welt. Auch wenn sie den Wald gut kannte und nicht vom rechten Pfad abwicht, war heute alles anderes. Jeder Baum, jeder Stein, jeder Strauch, wirkte seltsam bedrohlich und auch die Geräuschkulisse hatte sich verändert. Kein Tier war zu hören. Nur das unwirkliche Knacken im Gehölz. War da etwas? Etwas, was auf sie wartete? Etwas, vor dem sie sich fürchten musste? Ihr Verstand zwang sie zur Ordnung, während ihr Gefühl ihr zu flucht riet.
    
    ***
    
    Krak stapfte durch den Wald. Seine Fellstiefel waren feucht von der ...
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