1. Nachbarschaftshilfe Teil 01


    Datum: 15.07.2019, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus Autor: byChiller2015

    Weil hier nicht selten Diskussionen über richtige oder falsche Kategorienwahl geführt werden, schicke ich vorsichtshalber voraus, dass die folgende Fortsetzungsgeschichte sich nicht einer bestimmten Kategorie zuordnen lässt. Ich habe daher zwar unterschiedliche Kategorien für die einzelnen Fortsetzungsteile gewählt, aber auch die sind nicht in allen Inhaltsbelangen treffend. Der geneigte Leser möge also nicht zu viel Erwartungen an diese Zuordnung knüpfen. Ich messe dieser starren Einteilung ohnehin nicht viel Bedeutung bei.
    
    Wie nicht anders zu erwarten, sind Personen, Namen und Handlung frei erfunden.
    
    Im Übrigen handelt es sich, wie meistens bei mir, um eine Erzählung, die sich langsam aufbaut -- demnach nichts für Einhand-Gourmands.
    
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    Positiv betrachtet war Thorsten Lehmann ein ausgesprochen netter Junge: bescheiden, wohlerzogen, von zurückhaltender Art, stets höflich. Einer, der nie über die Stränge schlug. Dazu passte auch sein Äußeres: schmächtig, mit noch kindlichen Gesichtszügen.
    
    Man konnte es aber auch andersherum sehen: Er war zu unreif, zu wenig selbstbewusst, einfach viel zu brav, um nicht zu sagen naiv für sein Alter. Wer ihn negativ charakterisieren wollte, hätte ihn daher sogar als etwas zurückgeblieben bezeichnen können.
    
    Sicherlich war sein Schicksal in früher Kindheit nicht unschuldig an diesem Verhaltensmuster. Seine Eltern waren bei einem Hausbrand ums Leben gekommen, als Thorsten drei Jahre alt war. Wie durch ein  Wunder war er gerettet worden. Danach wuchs er bei seinen Großeltern auf, den Eltern seiner Mutter: extrem wohlbehütet, was einerseits schon darin begründet war, dass ältere Menschen oft generell zu Ängsten, besonderer Vorsicht und Fernhalten der Lebensrealität neigen, wenn es um das Wohl ihnen anvertrauter Kinder geht. In diesem Fall wurde das jedoch durch die Vorgeschichte noch verstärkt. Da Thorstens Großeltern schon Tochter und Schwiegersohn verloren hatten, waren sie um so ängstlicher darum bemüht, den überlebenden Enkel zu umsorgen und vor allem zu bewahren, das ihn ihrer Fürsorge entziehen konnte.
    
    Thorsten war also, um es zu wiederholen, ein pflegeleichter, aber auch reichlich unbedarft wirkender Junge, der zudem noch als körperlicher Spätentwickler für sein Alter ungewöhnlich kindlich erschien. Er war noch sehr verspielt, hatte auch keine engen Freunde unter seinen Altersgenossen, war eher Träumer und Einzelgänger.
    
    Es mangelte Thorsten keineswegs an Intelligenz, aber allein schon die verzögerte Entwicklung trug dazu bei, dass er sich auf dem Gymnasium, im Gegensatz zu den Anfangsjahren, zur Zeit nicht sehr leicht tat und sogar eine Klasse wiederholen musste. Im Vergleich zu seinen Klassenkameraden fehlte ihm jetzt doch eine gewisse geistige Reife, die seine Lehrer für diese Altersstufe voraussetzten.
    
    Für ihre Umgebung sind Jungen wie Thorsten oft das ideale Opfer für Mobbing. Davon war er jedoch bisher glücklicherweise verschont geblieben. Obwohl er sich von ...
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