HomoLepus 08
Datum: 21.10.2018,
Kategorien:
Romane und Kurzromane,
... zerzaust hatte ich sie noch nie gesehen. Ihr standen die Haare zu Berge und ihr Gesicht sah irgendwie zerknittert aus. Dabei erinnerte sie mich an eine schrumpelige Kartoffel mit Haaren und bei dem Gedanken musste ich dann wirklich lachen.
Anna machte ein mehr als verdrießliches Gesicht, als sie das hörte, wandte sich ab und ging ins Bad, woraus ich wenig später die Dusche angehen hörte. Sie lief eine ganze Weile, musste Anna wohl den Schlaf aus den Knochen treiben. Dabei kam mir dann der Gedanken ihr vielleicht ein wenig zu helfen, immerhin war es hier in der Wohnung so ähnlich wie in vielen anderen auch. Wenn man in der Küche das heiße Wasser andrehte, blieb es im Bad weg.
Also schritt ich zur Tat und drehte mit einem inneren Grinsen den Hahn für heißes Wasser ruckartig und voll auf. Das kreischen was darauf aus dem Bad kam war nicht von schlechten Eltern. Ich ließ mich aber wenige Sekunden später dazu erweichen, das Wasser wieder zuzudrehen. Doch so einen Spaß macht man nicht nur einmal. Also wiederholte ich die Sache etwa eine Minute später noch einmal.
Wieder hörte ich das kreischen, was allerdings in dem Moment lauter wurde, als Anna die Badezimmertür aufriss und in die Küche stürmte. Ich drehte mich um und musste wieder laut lachen. Sie sah aber auch wirklich zu brüllen komisch aus. Wie immer in so einer Situation passieren einem solche Dinger immer dann, wenn es am dümmsten läuft. Zumindest war es diesmal bei Anna so, denn sie war wohl gerade dabei gewesen, ...
... ihre Haare zu waschen. Also schoss sie halb blind und mit einem Schaumberg auf dem Kopf um die Ecke.
Eine wild gewordene Furie kam auf mich zu und mir schwante nichts Gutes. Trotzdem konnte ich mit dem Lachen nicht aufhören, hielt mir geradezu den Bauch. Wenige Sekunden und Schritte später stand sie vor mir und boxte mir in den Bauch. Nicht sehr stark, aber kräftig genug, damit es wehtat. Immer noch den Wasserhahn festhaltend, krümmte ich mich etwas zusammen und schnappte nach Luft, denn die Kombination von Lachen und Schmerz brachte mir Schwierigkeiten beim Atmen.
Sofort danach drehte sich Anna wieder um und verschwand mit einigen zornig ausgestoßenen Worten wieder aus der Küche. Das Letzte was ich von ihr sah war der mit Schaum bedeckte, kleine, leicht wackelnde Hintern. Erst dann ließ ich den Wasserhahn los und setzte mich noch immer in mich hinein kichernd auf einen der Stühle. Als ich dann endlich wieder ruhiger wurde, trank ich noch eine weitere Tasse Kaffee und erwartete Annas Auftritt.
Der kam dann auch wenig später. Sie hatte sich wie immer nett angezogen und sah lange nicht mehr so verschlafen aus wie zuvor, was vielleicht auch an meinem Zutun gelegen hatte.
Trotzdem funkelte sie mich noch ein paar Mal gefährlich an, als wenn sie mir noch nicht verziehen hätte. Doch schon wenig später wurde ihre Laune besser, besonders als sie ihr erstes Heißgetränk zu sich genommen hatte. Dabei sah sie mich dann über den Rand der Tasse an und konnte sich selber eines ...