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Freifrau + Philosophiestudent 02
Datum: 01.02.2020, Kategorien: BDSM
... er das Tempo und die Temperatur ihrer Beziehung steigern. Irgendwann, so hoffte er, würde es für Gertrude zu spät sein, um ihr eigenes Leben wiederzugewinnen: die Falle der Gefühle würde zuschnappen und Gertrude würde seine bis zum Ende ihres Lebens für Ernst nichts als ein absolut willenloses Sklavenobjekt sein. Es scheint uns nunmehr ratsam, angesichts der stürmischen Entwicklung in der Beziehung unserer Protagonisten ein wenig inne zu halten und uns fragen, von welchen Gefühlen denn der Berichterstatter solcher Vorgänge bewegt wird. Sie glauben wahrscheinlich, liebe Leserinnen und Leser, dass es unserem Chronisten Spaß macht, derartig schreckliche Geschehnisse niederzuschreiben. In Wahrheit ist es jedoch einzig und allein sein Pflichtethos, welches ihn bei der Stange hält. Denn auch bei ihm, wie zweifellos bei jedem sittlich empfindenden Manne, sträuben sich sämtliche Sackhaare, wenn er von solchen seelischen Höllenschlünden erzählen muss. Die Eiseskälte unseres negativen Helden Ernst kommt dem absoluten Nullpunkt beinahe so nahe wie sonst vielleicht nur noch, auf andere Weise, die absolut rationalistische Strategie von abgefeimten Finanzprofis. (Wobei freilich von dem Vorwurf eines hypertrophierten Rationalismus jene deutschen Banker auszunehmen sind, die ihre trüffelsüchtigen Schafsnasen mit unschuldigem Herzen und besenreinem Verstand noch bis zum Auslaufen der transatlantischen Kreditdiarrhöe voll in die US-amerikanische Hypothekenscheiße versenkt ...
... haben.) Vielleicht aber -- wer kann das wissen, wer könnte es bei ihm unterscheiden? -- war Ernst gar kein seelenloser Sadist, sondern ein schwarzer Romantiker? Wie auch immer: mit der gleichen beharrlichen Wahrheitsliebe, mit der einst die Bänkelsänger den zitternd lauschenden Zuhörern ihre schaurigen Moritaten verkündeten, will auch unser Chroniker die Historie der Untaten von Ernst Simundo dem Dunkel der Geschichte entreißen, um sie in ihrer ganzen Monstrosität im gleißenden Licht des Tages öffentlich bloßzulegen. Dieses sein hoch entwickeltes Pflichtgefühl macht es hoffentlich verständlich (und auf jeden Fall legitim), wenn unseren furchtlosen Referenten des Schreckens nicht einmal die Gefahr abschrecken kann, dass bei der Lektüre seiner akribischen Beschreibungen von abartigen Sexualpraktiken und unerhörten sadistischen Handlungen sämtlichen anständigen Weibspersonen die Schamhaare (wofern nicht bereits entfernt) auf ihren Venushügeln zu Berge stehen und dass ihnen zugleich die großen und kleinen Schamlippen in zornwütiger Empörung puterrot wie Hahnenkämme anschwellen. Nachdem aber der Autor hiermit seine zweifellos heillos empörten Leserinnen und Leser seines tief gefühlten Mitleides mit den Entrechteten und Geknechteten pp. aller Zeiten und Völker versichert hat, muss er zu seiner ebenso verantwortungsvollen wie lastenden Bestimmung zurückkehren, den weiteren Weg von Ernst und seiner werdenden Sklavin in immer tiefere Abgründe der Verworfenheit aufzuzeichnen. Die ...