1. Ich Wünschte...


    Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM

    ... trinken?"
    
    „Cola."
    
    Pause.
    
    „Light".
    
    Pause.
    
    „Nein, Zero."
    
    Ich hatte nichts von allem. Von morgen an hätte ich alle drei Sorten. Sie nahm schließlich eine Apfelschorle.
    
    Liz inspizierte meine Wohnung wie ein Ermittler einen Tatort. Ungeniert und selbstverständlich ging sie durch Schubladen und Schränke, erst die Küche, dann das Arbeitszimmer. In meinem Schlafzimmer hielt sie sich etwas länger auf, schließlich kam sie in das Wohnzimmer und flegelte sich auf die Couch.
    
    Ich war nervös. Sie streunte mit solch einer Selbstverständlichkeit durch meine Wohnung wie eine Katze, die vollkommen entspannt und belanglos herumstreunte und den kleinen Vogel längst entdeckt und keinen Zweifel an der nächsten Beute hatte.
    
    „Sie wohnen schön hier."
    
    „Danke."
    
    „Und Sie haben einen guten Geschmack."
    
    „Danke."
    
    „Ikea?"
    
    „Ein paar Sachen sind von Ikea."
    
    „Ich mag Ikea. Die haben einen netten Stil. So einfache und klare Linien."
    
    Sie ließ den Blick schweifen.
    
    Was sollte dieser Small-Talk?
    
    Es kribbelte mir in den Fingern.
    
    Ich knetete meine Finger aus Nervosität. Liz wippte ständig mit ihren Schuhen. War sie auch nervös? Hatte sie Grund dazu? Wenn ja, hatte ich dann auch Grund zur Sorge?
    
    „Wissen Sie, letztens bin ich so durch die Stadt gegangen und habe zufällig an einem Fenster eine Frau gesehen, die barbusig vor dem Fenster stand. Ich glaube, es war ihr nicht bewusst, dass sie beobachtet wurde, sie kramte irgendwas, und es könnte auch sein, dass sie ...
    ... mit jemandem sprach. Keine Ahnung. Ich fand das jedenfalls irgendwie total geil, jemanden unbeobachtet zu sehen. Wie sehen Sie das?"
    
     Ich hatte mir darüber noch keine Gedanken gemacht.
    
    „Draußen wird gebaut. Die Jungs da unten haben echt hart zu arbeiten. Was halten Sie davon, denen ein wenig Freude zu machen?"
    
    Ich ging ans Fenster und sah hinunter. In der Tat rissen seit einigen Tagen unten Bauarbeiter die Straße auf und verlegten Rohre oder so. Sie machten Krach, waren unglaublich laut, manchmal hörte ich das gutturale Lachen des Vorarbeiters, eines grobschlächtigen Mannes in einem verschwitzten Unterhemd.
    
    „Ziehen Sie die Gardinen weg."
    
    Ich gehorchte.
    
    „Öffnen Sie die Fenster."
    
    Ich gehorchte wieder.
    
    Von draußen kam eine Brise herein. Ich wohnte in einer ruhigen Straße, ohne viel Verkehr. Bis auf drei der Arbeiter war niemand auf der Straße zu sehen. Der Vorarbeiter war nicht zu entdecken. Eine ältere Frau radelte über die Querstraße.
    
    „Ich will nicht, dass es billig wirkt. Sie sollen hier keine Show abliefern. Nicht so nuttig. Verstehen Sie?"
    
    Das Böse kam immer näher. Meinte sie das ernst?
    
    Ich nickte.
    
    „Es soll so aussehen, als fühlten Sie sich unbeobachtet. Und jetzt gehen Sie an das Fenster und ziehen Sie die Bluse aus."
    
    Ich hatte die Hand schon am obersten Knopf.
    
    Konnte ich das machen?
    
    Ich könnte mich weigern.
    
    Konnte ich das?
    
    Ich öffnete den ersten Knopf.
    
    „Schön. Weiter so."
    
    Den zweiten Knopf.
    
    Nun war mein BH zu ...
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