1. Ich Wünschte...


    Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM

    ... Mut hatte sie sicher nicht verlassen. Nicht meine Liz.
    
    Sie wollte mich einfach warten lassen. Sie wollte mich quälen.
    
    Sie wollte meine Loyalität prüfen. Sie saß vermutlich irgendwo draußen und observierte mich. Nur um zu sehen, ob ich gehorchte oder hier vielleicht mit einem Weinglas durch die Wohnung schlurfte.
    
    Aber so war ich nicht. Ich nahm ernst, was sie sagte. Ich wollte ihr gefallen. Ich würde ihr zeigen, dass sie die richtige Wahl getroffen hatte. Ich würde ihr genügen.
    
    Das Wohnzimmerlicht brannte hell. Ich hätte es ausmachen und ein paar Kerzen anmachen sollen. Ich hätte zumindest einige Birnen herausschrauben sollen. Das hatte ich schon lange vorgehabt.
    
    Nun war es zu spät.
    
    Ich wartete, gerade auf dem Stuhl sitzend, beide Hände flach auf die Schenkel gelegt.
    
    Es war 20:37 Uhr, als ich unten ein Geräusch hörte.
    
    Die Tür wurde geschlossen, jemand kam die Treppe hoch, öffnete meine Wohnungstür. Ich hörte das leise Quietschen. Dann wurde die Tür geschlossen.
    
    Ich richtete mich auf, spannte mich an. Meinem Herzen musste ich nicht sagen, dass es schneller schlagen sollte. Das Blut schoss durch meinen Körper. Es rauschte mir in den Ohren.
    
    Ich verfolgte das Geräusch ihrer Schritte durch den Flur. Sie blieb am Bad stehen und öffnete die Tür. Dann ging sie in die Küche, schaute in mein Arbeitszimmer, in mein Schlafzimmer und erst dann kamen die Schritte näher. Sie ließ sich Zeit. Ich hörte das Knarren der ersten Holzdiele im Wohnzimmer und hatte ...
    ... wieder das warme Gefühl in meinem Nacken.
    
    „Sie haben eine schicke Wohnung. Guter Geschmack, das muss ich Ihnen lassen. Vielleicht ein wenig kahl und weiß für meinen Geschmack. Aber es muss ja Ihnen gefallen."
    
    Ihre Stimme klang beiläufig. Kein Wort zu ihrer Verspätung, kein Wort dazu, ob sie mich beobachtet hatte, kein Lob für meine Folgsamkeit. Ich blieb stumm sitzen, drehte mich nicht zu ihr um und hörte nur zu.
    
    Sie ging durch mein Wohnzimmer, sah sich die Regale an, blieb am CD-Regal stehen.
    
    „Komischen Musikgeschmack haben Sie."
    
    Ich konnte ihre Schemen aus den Augenwinkeln erkennen. Mühsam nur. Ganz langsam wendete ich den Kopf. Es war, als würde sich jede Faser meiner Halsmuskeln gegen die Bewegung wehren.
    
    Sie sah genauso aus wie immer. Chucks, ausgefranste und verwaschene Jeans, ein enges, ausgeblichenes T-Shirt.
    
    Was hatte ich erwartet? Es war ihre normale Kleidung. Wie hätte sie sonst hier auftauchen sollen? In einem Lackoverall wie Catwoman mit einer langen Peitsche lässig in der Hand?
    
    Mehr jedenfalls als ihre normalen Klamotten.
    
    Begriff sie die Situation? Begriff sie, worum es hier ging? Dass dies ein feierlicher Moment war? Etwas Besonderes?
    
    Ihre Schritte kamen näher.
    
    Nun stand sie hinter mir.
    
    Ich hielt den Atem an.
    
    Was würde sie tun?
    
    Der Gedanke schoss mir durch den Kopf. Sie würde mit beiden Händen meinen Kopf packen, zu sich herumdrehen, über mich herfallen und mich wild küssen. Keiner dieser zarten Küsse, sondern ein harter, ...
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