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Ich Wünschte...
Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM
... einfach nur unterwerfen wollen. War es das, was mir unbewusst diese Geste in den Kopf gespült hatte? Das Verlangen ihm mich so vollkommen und ganz zu schenken, selbst meine Selbstachtung und jedes Gefühl von Stolz abzugeben, wenn er mich nur nicht verließe? Mich zu verhalten wie so eine dieser hilflosen Dummchen aus Groschenromanen? Ich sperrte mich gegen diesen Gedanken. Er war mir unheimlich, so wollte ich nicht sein. Ich hatte meinen Stolz, und auch meine devoten Neigungen änderten nichts daran, dass es Grenzen der Selbstachtung gab. Die hatte es mit Hans gegeben, die gab es mit Liz. Daran bestand kein Zweifel. Ich war eine moderne Frau mit einem eigenen Willen, mit Prinzipien und eigenen Plänen. Ich hatte mich damals nicht unterwerfen wollen, und ich wollte es auch heute nicht. Wenn ich vor Liz auf die Knie fiele, dann mit dem Wissen, dass ich auch wieder aufstehen würde, dass ich mich im Begriff befand, eine Phantasie auszuleben. Es war eine Form der Fiktion. Ich schüttelte den Gedanken ab. Aber mir fielen nun andere Gesten auf. Beim Sex zum Beispiel, da hatte ich es gemocht, unten zu liegen, ich hatte mich unter ihm gewunden. Ich hatte manches Mal versucht, mich ihm zu entziehen. Ich hatte ihm meine Arme angeboten, dass er sie fixierte, und wenn auch nur mit seinen Händen. Ich hatte ihm Signale ausgesandt, mich meiner Freiheit zu berauben. Aber Hans hatte diese Signale nie aufgenommen. Einmal, als ich mich unter ihm wand, hielt er inne und ...
... fragte mich, ob alles ok sei sei. Mitten im Akt. Frustriert hatte ich ihn damals angepflaumt, dass alles in Ordnung sei. Und er hatte weitergemacht, und ich hatte stillgehalten, damit er nicht wieder auf den Gedanken kam, zu unterbrechen. Waren das alles Zeichen meiner devoten Haltung? Zeichen, die ich selbst nicht richtig gedeutet hatte? Ich wusste es nicht. Vermutlich. Was ich allerdings wusste, war, dass ich Liz davon nicht erzählen wollte. Sie sollte nichts wissen von meiner verflossenen Beziehung. Es ging sie nichts an, und es war etwas Abgestandenes und Schales in meinen Augen. Ich hatte mich weiter entwickelt, weshalb sollte ich mich mit diesen Fragen beschäftigen? Es brachte mir nichts. „Was ich mich gefragt habe, ist, was Sie dabei fühlen, wenn Sie sich vor mir erniedrigen. Ich meine, was gibt Ihnen da den Kick, wenn Sie sich von mir rumkommandieren lassen?" Wieder eine dieser Fragen, die ich nicht mochte. Ich hatte gedacht, dass dies ein netter Plauderstündchen zwischen zwei ungleichen ... ja was waren wir ...? Wie auch immer. Ich hatte ein harmloses Schwätzchen erwartet, und nun konfrontierte sie mich mit all diesen intimen Fragen. Mitten in meiner Küche und jenseits aller Machtspielchen. Jenseits aller offensichtlichen Machtspielchen jedenfalls. Ich könnte natürlich einfach die Antwort verweigern. In einem Gespräch zwischen Gleichberechtigten konnte man das. Liz tat so, als wäre sie in dieser Rolle in meiner Küche. Aber als ich meinem Unmut gegenüber ...