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Ich Wünschte...
Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM
... malträtieren. Aber bevor ich antworten konnte, schob sie eine weitere Frage nach: „Was macht eigentlich ihr Arsch? Geht es wieder? War es sehr schlimm? Ich habe noch gar nicht gefragt. Ich nehme an, das sollte ich tun." Ich mochte auch diese Frage nicht, antwortete dementsprechend auch nur knapp: „Danke, es geht wieder." In den Tagen danach konnte ich mich nicht richtig setzen, stand viel, und wenn ich saß, dann spürte ich die Schmerzen, die sie mir bereitet hatte. Es gab Momente, da genoss ich diesen Schmerz als Erinnerung, und dann wunderte ich mich darüber, dass ich diesen Tag im Nachhinein schöner machte, als er war. In der Retrospektive erschien mir das alles halb so schlimm. Wenn mir dieser Gedanke kam, versuchte ich schnell innerlich das Thema zu wechseln, denn auch dort lauerten Abgründe, die ich nicht genauer erforschen wollte. Liz merkte, dass ich kurz angebunden war und beließ es bei meiner kurzen Antwort. Sie hatte diesen Nachmittag nie mehr angesprochen, und ich hatte die Vermutung, dass sie selbst weiter gegangen war, als sie wollte, dass sie mir mehr angetan hatte, als sie vorgehabt hatte und ihr das Thema unangenehm war. Gab es Dominas, die sich bei ihren Subs entschuldigten, weil sie zu weit gegangen waren? Das erschien mir eher unwahrscheinlich, obwohl ich verstehen konnte, wie leicht man die Kontrolle verlieren konnte in diesen Situationen. Jedenfalls schwieg Liz zu dem einen Thema und wiederholte ihre Frage nach meiner Beziehung zu ...
... Hans. „Nein, der hatte eigentlich nicht die Hosen an. Zumindest nicht so. Was wir beide miteinander machen, haben er und ich nie gemacht." „Nie? Sie meinen, Sie hatten vorher noch nie etwas mit einer Frau gehabt und noch nie diese Machtchose probiert? Wow! Sie sind mir ja eine! Da gehen Sie ja jetzt im Moment voll ab! Da haben Sie ja links und rechts Ihr Coming out!" Sie lachte schief, und ich mochte es nicht. Aber in der Tat hatten Hans und ich nie dergleichen getan. Vielleicht hatte ich mir Dieses oder Jenes mal gewünscht, aber tief in mir, tief versteckt in meiner Seele, so tief, dass es sich nicht an die Oberfläche meines Verstandes erhob. Es blieb diffus. Ich erinnerte mich an den Augenblick, da er mit mir Schluss machte. In diesem Moment, als es mir klar wurde, was er sagte, da kam mir der Gedanke, mich ihm vor die Füße zu werfen und zu flehen bei mir zu bleiben, mich nicht zu verlassen. Natürlich verwarf ich diesen Gedanken ganz schnell. Es war zu melodramatisch und hätte seinen Entschluss ohnehin nicht beeinflusst. Und natürlich wollte ich meinen letzten Rest Anstand und Ehre in diesem Moment nicht verlieren. Aber ich musste noch Wochen später an diesen winzigen Gedanken zurück denken. Und ich fragte mich in diesen eklig klebrigen Stunden der tiefsten Verzweiflung auch, ob ich es nicht doch hätte tun sollen. Und natürlich verwarf ich den Gedanken auch ein zweites oder drittes Mal. Nun erschloss sich mir ein neuer Deutungshorizont. Vielleicht hatte ich mich ihm ...