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Ich Wünschte...
Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM
... haben, aber sie meinte, ich solle mir keine Gedanken machen, sie würde auch einen Kaffee nehmen. Ich war erstaunt über diese Antwort. Ich wäre auch in die Stadt gefahren und hätte ihr Tee besorgt. Ich ging in die Küche, den Kaffee zuzubereiten, und sie folgte mir, sah mir zu und schwieg. Ich war dankbar, etwas zu tun zu haben, denn meine Nervosität wollte nicht nachlassen. Immer noch schwebte der Gedanke in mir, dass sie etwas im Schilde führte. „Wissen Sie", begann sie schließlich, „ich dachte mir, ich komme mal vorbei. Ich würde Sie gerne näher kennenlernen." Ich drehte mich um und sah sie an. „Es ist doch seltsam, dass ich so wenig von Ihnen weiß. Ich meine, ich weiß so ein paar Sachen von Ihnen." Sie machte eine kleine Pause, und ich war froh, dass sie auf unsere Beziehung zwischen uns und meine Rolle darin anspielte. „Aber so richtig kenne ich Sie nicht. Wissen Sie, was ich meine?" Ich sah sie an und nickte, weil mir nichts zu sagen einfiel. „Ich würde das gerne ändern. Ich meine, es ist doch irgendwie zu wenig, dass ich Sie einfach nur herumkommandiere und so. Nicht, dass mir das nicht gefallen würde. Aber das kann ja nicht alles sein." Doch es manifestierte sich ein trauriger Gedanke, den ich zuvor schon gehabt hatte, den ich aber nie mehr richtig abschütteln konnte. Was hatten wir eigentlich gemein? Außer eben dem Sexuellen? Was verband uns? Was hielt uns zusammen? Ich war älter als sie, hatte vollkommen andere Interessen. Keinen ...
... gemeinsamen Musikgeschmack, keine gemeinsamen Hobbys, wir hatten nur diese eine Sache. Ich mochte sie begehren, ich mochte mich nach ihr verzehren, ich mochte mir vormachen, dass ich sie liebte. Aber nichts verband uns, als diese SM-Sache. Wir würden nie zusammen mit anderen Freunden ausgehen. Wir würden nicht zusammen ins Kino oder Konzert gehen. Wir würden nicht zusammen essen gehen. Es war nicht die Tatsache, dass ich Probleme damit gehabt hätte, mich als lesbisch zu outen. Es war die Tatsache, dass sie eine Schülerin und ich eine Lehrerin war. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, mit ihr zusammen in ein Restaurant zu gehen. Sie aß Döner und ging zu McDonalds. Ich war kein Gourmet, aber dieses Fastfood hatte ich hinter mir. Ich konnte einen guten Wein schätzen, ihr ging es lediglich um den Rausch. Sie hatte daran noch kein Interesse. Vielleicht würde das kommen, vielleicht auch nicht. Ich hatte häufig genug mit Schülerinnen zu tun gehabt, die sich für mich als Person interessierten, die mit mir gesprochen und dabei versucht hatten, interessant zu wirken, und immer waren sie mir in diesen Dingen fremd gewesen, weil die Dinge, die sie dachten, die sie gutfanden nie die Dinge waren, die ich dachte und gut fand. Ich hatte damit kein Problem, es war nicht meine Aufgabe, eine Freundin zu sein. Wir hatten keine Zukunft. Wir würden nie eine haben jenseits des Schlafzimmers. Wir waren dazu verdammt, immer im Verborgenen zu bleiben. Zumindest wenn es nach mir ging. Und ...