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DAS KOMMT VOR
Datum: 01.12.2019, Kategorien: 1 auf 1,
... mit ihren drei Barhockern, das Zimmer beherrschten. Das TV-Gerät hing an der Wand und nahm jetzt keinen Platz mehr weg. Wie sehr hatte es ihn in der Zeit seiner Ehe geärgert, dass alles verbaut war, jetzt hatte er das Gefühl im Wohnzimmer richtig Party machen zu können. So stand also Gerald an diesem lauen Mainachmittag in seinem Garten und zwickte an den dort stehenden Sträuchern herum, die gleichzeitig etwas Sichtschutz zu seinen Nachbarn boten. Wobei Sichtschutz eigentlich nicht notwendig war, da seine Nachbarn, zur Zeit seiner Scheidung schon ausgezogen waren. Es hatte ihn damals auch nicht sonderlich gestört, da sie ziemlich sauertöpfische Spießbürger gewesen waren. So wie er auch zu dieser Zeit gewesen war, musste er sich eingestehen. Gerald wurde vom Brummen einen Lkw aus seinen Gedanken gerissen. Neugierig hob er den Kopf, denn in seiner beschaulichen Vorstadtsiedlung war diese Geräusch eher unüblich. Er sah, wie ein großer Speditions-LKW vor seinem Nachbarhaus anhielt, gefolgt von einem Cabrio. Das Cabrio konnte er erkennen, nicht so dessen Insassen, da sein Sichtwinkel durch den LKW verstellt war. " Interessant", dachte er, " der Frühling bringt neue Nachbarn, vielleicht ein gutes Zeichen." Ohne weiter nachzudenken arbeitete Gerald weiter und wurde wiederum durch Motorenlärm gestört. Beinahe verärgert ob dieses ungewohnten Lärms, sah er wieder auf und konnte erkennen, wie das Cabrio um einige Meter zurücksetzte. Jetzt konnte er auch sehen, dass das Cabrio von ...
... einer Frau gelenkt wurde. "Wie üblich", dachte er, " die Frau organisiert den Umzug, der Mann verdient die Kohle dazu." Da Gerald jedoch jetzt neugierig geworden war, ließ er sich beim Bearbeiten der Sträucher länger Zeit. So blieb er auf seinem Beobachtungsposten und sah den Arbeitern zu, wie sie schwere Kisten und allerlei Möbelstücke in das Haus schleppten. Die Frau war so schnell in dem Haus verschwunden, dass er sie nur undeutlich gesehen hatte. Halblange, dunkle Haare und Jeans trug sie, das hatte er gesehen, mehr nicht. Er beendete seine Tätigkeit bei den Sträuchern und begann den Rasen zu mähen. Seine Rasenfläche war nicht groß, vielleicht 200m2, wenn er schnell war konnte er es in 30 Minuten erledigt haben. Irgendein Gefühl hielt ihn jedoch davon ab schnell zu machen und da er heute Abend sowieso nichts vorhatte, schob der den Rasenmäher gemächlich über seinen Rasen. So wurden aus den 30 Minuten gute 45 Minuten bis er fertig war. Die letzte Rasenfläche war wieder am Grenzzaun zu seinen neuen Nachbarn gewesen. Er stellte soeben den Motor ab, da trat seine neue Nachbarin aus ihrem Haus und begann sich umzusehen. Aus einem inneren Impuls heraus winkte er ihr zu. Sie winkte zurück und ging die 8-10 Meter zu ihm. " Hallo, ich bin Karin", begrüßte sie Gerald und hob ihre Hand zum Handschlag. " Und ich bin Gerald", sagte Gerald Laim, "willkommen in unserer Siedlung." Trotz der zwar nicht sonderlich hohen aber dafür umso breiteren Sträucher gelang es ihnen sich die ...