1. Eigentlich wollte ich nur Zigarette


    Datum: 22.08.2019, Kategorien: Erotische Verbindungen

    ... nicht war sein!"
    
    "Ich hab's am Bild deiner Mutter gemerkt, sie kam mir bekannt vor und ich versuchte herauszufinden, woher. Dann kamen mir die Erinnerungen, an die Ferien, die ihr bei uns verbracht hattet. An deine Socken strickende und Rommé spielende Mutter und an die feine Schokolade, die sie mir immer mitgebracht hat."
    
    "Stimmt, die Schokolade! Ihren Lieblingen gab sie immer die in den roten Schachteln, den weniger beliebten einfache Schokoladentafeln. Das halte ich nicht aus, wir kennen und schon fast 30 Jahre?"
    
    "So scheint es zu sein. Ich glaube in einem alten Album auf dem Speicher muss auch ich noch gemeinsame Bilder finden, denn mein Vater fotografierte leidenschaftlich."
    
    Sie klappte das Buch zu und stürzte sich auf mich.
    
    "Weißt du wie ich damals geweint habe, als meine Mutter das erste Mal nicht mehr an den selben Urlaubsort fahren wollte? Ich hatte in meinen Mädchenträumen dich zu meinem Prinz erhoben und wartete das ganze Jahr darauf, dich wieder zu sehen. Dann kam meine Mutter am Anfang des Sommers und eröffnete uns freudig, dass wir in diesem Jahr nach Italien fahren würden und dort im Meer baden könnten.
    
    Alle anderen Kinder hätten sich in dieser Zeit glücklich geschätzt, nach Italien zu reisen, ich dagegen sträubte mich, wollte wieder an den Bodensee, wollte meinen Märchenprinz im Baumhaus besuchen. Jetzt hab ich ihn und weiß es nicht einmal."
    
    "Na ja, ein Prinz bin ich nicht gerade, aber ich bin da und ich liebe dich."
    
    "Ich kann's nicht ...
    ... glauben. Entweder es gibt solche Zufälle, oder es gibt eine Fügung, die wir nicht verstehen", begann Charlotte aufs Neue. "Und wie, in Teufels Namen, kommst du in unsere Stadt?"
    
    "Das wäre einmal eine Geschichte für sich. Und warum heißt du Neuhaus und nicht Keller wie deine Mutter?", ich stellte diese Frage zum einen, weil ich sie beantwortet haben wollte, zum anderen aber auch, um nicht auf ihre Frage eingehen zu müssen.
    
    "Das ist kurz erzählt. Ich bin eine Jugendsünde meiner Mutter, sie hatte sich in einen Mann verliebt und mich gezeugt. Mein Vater war aber verheiratet und wollte sich von seiner Frau nicht trennen. Also erhielt ich seinen Namen. Als meine Mutter dann geheiratet hatte, wollte mein Stiefvater mich nicht adoptieren und ich war schon in einem Alter, in dem ich stolz auf meinen Namen war, ihn nicht mehr hergeben wollte.
    
    Er ist auch vier Jahre später an einem Herzinfarkt überraschend gestorben, kurz nachdem mein Bruder auf der Welt war. Seither waren wir wieder mit Mutter alleine. Er war der Besitzer des Geschäfts, Mutter war für ihn als Einkäuferin tätig und wir wissen bis heute nicht, ob er sie nur geheiratet hatte, um einen Erben fürs Geschäft zu haben. Ich hatte ihn nur als ich kleines Mädchen erlebt.
    
    Er war eher ein stiller Mensch, saß oft nachdenklich auf der Couch und sprach mit niemanden. Meine Mutter hatte einmal gesagt: Er liebte mich heimlich, konnte nicht dazu stehen, obwohl er mich geheiratet hat. Sie war zufrieden damit, seine Frau sein zu ...
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