1. Eigentlich wollte ich nur Zigarette


    Datum: 22.08.2019, Kategorien: Erotische Verbindungen

    ... ich übers Jahr zu Hause hatte. Sie war die fleißigste und treueste Mitarbeiterin meiner Eltern, führte in deren Abwesenheit das Regiment im Haus, bevorzugt über mich. Wenn ich nicht tat, was sie wollte, verpfiff sie mich mit Dingen, die ich angestellt hatte, setzte meist noch eins drauf, um meine Lausbubenstreiche, zum echten Drama hochzuspielen und das Strafmaß meiner Mutter zu verdoppeln.
    
    Als ich sie eines Tages dabei beobachtet wie sie unserer Katze die Nase in ihren eigenen Kothaufen drückte, um dieser beizubringen, dass sie dieses Geschäft im Haus nicht mehr zu erledigen hat, beschoss ich, Anni nur noch zu hassen.
    
     Es blieb dabei.
    
    Ich zündete mir eine Zigarette an. Das Kribbeln in meinen Bauch hatte etwas nachgelassen.
    
    'Es scheint gut zu sein, sich diese alten Bilder gelegentlich wieder hervorzuholen', dachte ich. Meine Angst hatte eine Vorgeschichte, die es immer noch galt, hinter mir zu lassen. Ich würde mit Charlotte einige Zeit benötigen, um frei von Angst mit ihr zusammen zu sein. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich ernsthaft den Vorsatz dieses Ziel auch zu erreichen.
    
    Ich trank noch eine Tasse Kaffee und machte mich dann auf den Weg zum Blumengeschäft. Wenn ich Charlotte besuchte, wollte ich ihr eine rote Rose mitbringen. An der Eingangstüre stand ich mit meiner Blume in Cellophan. Erst jetzt kam mir mein Auftritt von vorgestern wieder in den Sinn.
    
    'Was wohl die Angestellten denken, wenn ich heute wieder in den Laden komme?'
    
    Ich war ...
    ... überzeugt, dass ich neben der Rose auch einen roten Kopf mit in die Verkaufsräume trage.
    
    Mit gedämpften Schritte näherte ich mich der Ladentheke, hinter der ein junger Mann stand und überlegte, wie ich nun nach Charlotte fragen sollte. Ist Frau Neuhaus, oder einfach, Charlotte, zu sprechen? Er nahm mir die Qual ab. Zwei Schritte vor ihm angekommen begrüßte er mich freundlich.
    
    "Guten Tag Herr Damm. Frau Neuhaus ist im Büro, soll ich ihr Bescheid geben, dass sie da sind, oder möchten sie gleich mitkommen?"
    
    "Ich komme gerne mit ihnen mit."
    
    Er brachte mich zu einer schweren Mahagonitüre und legte die Hand auf den Messinggriff. Bevor er diesen jedoch herunterdrückte, klopfte er an die Tür und wartete auf ein: 'Ja', von innen. Dann gab er mir den Weg frei.
    
    Ohne das Büro weiter zu beachten, stürzte ich zuerst auf den großen Schreibtisch zu, hinter dem Charlotte saß. Sie sah auf, ihre Mundwinkel schnellten blitzartig nach oben. Mit einem Sprung stand sie mir gegenüber. Wir hielten uns fest umschlungen, als hätte wir uns Jahre nicht mehr gesehen.
    
    Ich löste mich, um ihr die Rose zu überreichen. In Windeseile riss sie die Verpackung ab, küsste die rote Blüte und fiel mir nochmals um den Hals, um sich gebührend zu bedanken.
    
    "Setz' dich doch." Sie bot mir einen Platz auf einer Ledercouch am Fenster an. "Ich hoffte, du würdest kommen. Schon den ganzen Tag kann ich an nichts anders denken. Ich war mir nicht sicher, ob du gestern schockiert warst und mich nicht mehr ...
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