1. Eigentlich wollte ich nur Zigarette


    Datum: 22.08.2019, Kategorien: Erotische Verbindungen

    ... Reaktion ab. Ich brach in schallendes Gelächter aus und beruhigte mich erst nach einer ganzen Weile. Die drei sahen mich verwundert an, was ich ihnen auch nicht verübeln konnte. Kopfschüttelnd ging ich auf die Feuerstelle zu und begann, auf der eisernen Abzugshaube zu trommeln.
    
    "Ich glaube, ich war bis letzten Sonntag der größte, hirnverbrannteste Idiot auf der heiligen Mutter Erde!", ich schrie diesen Satz heraus, als ob es der Letzte wäre, den ich vor dem Galgentod zu sagen hätte.
    
    Weinend lehne ich meinen Kopf auf das kalte Eisen, hülle mich in meine Arme, möchte versinken. Es dauert lange. Bis ich mich wieder beruhige. Charlotte bringt mir ein Tuch, mit dem ich, meine Tränen trocknen und meine Nase putzen kann. Ich lasse mich auf einem Holzstuhl nieder und sehe zu den Dreien auf, die mich fragend anblicken.
    
    "Ich glaube ich habe in den letzten Jahren so viele Menschen übersehen, die mich mochten. Anstatt die Augen aufzumachen, habe ich mich verkrochen, mich abgesondert. Gleichzeitig lief ich verkramt durch die Welt, erwartete nur das Schlimmste und baute Schutzmauern, die niemand einzureißen vermochte. Ich will mich hier und jetzt sofort bei euch, stellvertretend für alle, die es betraf, entschuldigen.
    
    Entschuldigen für meine Kälte, für mein Misstrauen, das ich ihnen entgegengebracht habe und vor allem für die Missachtung ihrer Gefühle. Ihr bittet um Absolution dafür, dass ihr meine Festung geknackt habt? Ich möchte euch danken. Nicht ich muss vergeben, ich ...
    ... muss um Vergebung bitten, bei euch, bei meiner Nachbarin und auch bei Andrea unser Empfangsdame.
    
    Hinzu kommen noch viele andere, die ihr nicht kennt, die ich schon aus den Augen verloren habe, die es irgendwann einmal aufgegeben haben, meine Burg zu stürmen. Ich schäme mich dafür."
    
    Wie ein Häufchen Elend saß ich da. Es war draußen und ich bin froh darum. Ich sah noch einmal in die drei Gesichter.
    
    "Ich möchte liebend gerne mit euch zusammen sein, damit ich nicht zurückfalle in meine eigene Steinzeit. Was immer ihr noch getan habt, um mich kennenzulernen, ihr seid entschuldigt, denn das was ihr bewirkt habt damit, ist großartig. Nochmals: Danke!"
    
    Alle drei kamen auf mich zu, ließen sich nieder um meinen Stuhl. Wir liegen uns in den Armen und liebkosten uns zärtlich.
    
    "Ich bin glücklich, auch wenn es in Augenblick nicht so aussieht. Es ist so."
    
    "Ich denke es wird Zeit, zu gehen."
    
    Susi erhob sich und bat uns, mitzukommen.
    
    "Wir werden dir weitere Dinge hier, ein andermal zeigen."
    
    Gemeinsam gingen wir eine Runde durch den seltsamen Raum, um dabei die Kerzen zu löschen. Am Ausgang hatte nur Susi noch ihre brennende Kerze und schritt voran in den Umkleideraum. Ilona rannte die Treppe empor und kam mit allen Kleidern wieder nach unten. Wir zogen uns stumm die Alltagstracht über, versorgten die Kutten und Sandalen und machten uns daran, aus der Unterwelt wieder ans Tageslicht zu kommen.
    
    Allerdings war dieses, als wir oben ankamen bereits weitgehend verblasst. ...
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