Der Pornograf XI - 12
Datum: 22.10.2018,
Kategorien:
Romane und Kurzromane,
Band 11 -- Planung Osten
die Abenteuer eines älteren Fotografen
Kapitel 12 -- Lehrzeit - Lernzeit
Die nächsten Wochen wurden hart für Britta und Egon. Wenn es ums Lernen ging, hatte der Fotopark noch nie ein Erbarmen. Aber die beiden zeigten, was in ihnen steckte. Wir wurden nicht enttäuscht.
Ihre Freizeit benutzten beide, um sich im Fotopark noch besser auszukennen. Es gab bei Britta auch kein Murren, dass der Zugang zur VIP-Lounge, wie im Urlaub, jetzt wegfiel, wenn sie auch ihre Junior-Suite behalten durften. Britta machte ihre
Drohung
jedoch wahr und ging einmal die Woche mit ihrem Mann in die Höhle. Es war wohl unvermeidlich, dass an einem Abend auch Sara mal mitging. Ihr Grinsen und ihre besonders aufmerksame Bedienung, zwei Tage später, als sie wieder mal Dienst hatte, machte jedes Fragen überflüssig.
Ansonsten waren die beiden eher sehr zurückhaltend. Lis fand jedoch schnell heraus, sie verbrachten ansonsten viel ihrer Freizeit, meist getrennt, mit den neuen Kollegen oder gar mit Lernen. Um es schon im Voraus zu sagen, Egon machte seinen Meister mit Bravour und Gina hätte Britta am liebsten da behalten. Mohammed hatte gute Leute ausgesucht, jetzt bekam er sehr gute Leute zurück.
Beide hatten sich aber auch an den Stil des Fotoparks gewöhnt. Gehörte das Lernen im Seminar, oder bei Brittas
Lehrern
, zwar dazu, was das Fachmännische anging, so lernen sie die kulinarischen Genüsse mit der Hilfe von Sara kennen.
Britta revanchierte sich ...
... auch gerne. Beim Abendessen waren schon zweimal sächsische Gerichte dabei. Sie zählten zwar eher zu den (für Sara und Paolo) einfachen Gerichten. Vielleicht fanden sie aber gerade deshalb viel Lob. Das eine, ein sächsisches Heringstatar, wurde erst in kleinerer Portion beim Cocktail getestet. Das andere Gericht, für die Jahreszeit zwar noch ein wenig mächtig, wurde aber wohl komplett verputzt: Alt-Dresdner Rindfleischtopf. Bei den Nachtischen fand die Dresdner Eierschnecke viel Beifall, aber auch die Leipziger Lerchen, ein Marzipangebäck, fand regen Zuspruch.
Für Egon gab es tagsüber kein Pardon; Theorie und praktische Übungen satt. Er startete ja zwar zwei Wochen zu spät im Seminar, dazu auch als Älteste, aber bereits nach kurzer Zeit war er akzeptiert und gehörte zu den Beliebtesten. Dass er allen Blödsinn mitmachte, zu dem unsere Seminaristen jederzeit bereit sind, hielt er für vollkommen normal. Einzig seine Frau hatte ein wenig darunter zu leiden. Tagsüber sahen die beiden sich kaum.
Eines muss ich allerdings auch sagen, wenn ich selbst Unterricht gab oder eine Übungsstunde abhielt, benahm er sich wie ein fleißiger Schüler. Dass wir uns ja doch ein wenig näher kennen, ließ er nicht mit der leisesten Bemerkung bekannt werden. Er hatte auch keinerlei Problem damit, dass ich ihn bei den Übungen besonders hart herannahm, eher im Gegenteil. Er fragte sehr oft nach, wenn bei ihm der geringste Zweifel auftrat. Es wurde völlig klar, er konnte sehr wohl zwischen Arbeit und ...