1. HomoLepus 08


    Datum: 21.10.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... sich Sandra von mir, stand auf und ging mit einem Teil von mir auf dem Oberkörper die Treppe hoch. Das Letzte was ich sah war, dass sie noch einmal ihren Kopf in meine Richtung drehte und lächelte. Dann verschwand sie nach oben und ich sah sie an dem Abend nicht mehr wieder.
    
    Selber löschte ich noch die Kerzen, stellte die Musik ab und begab mich nach oben. Ich musste mich noch einmal umziehen, denn mein Fell klebte vorne etwas. Dann ging ich wie fast immer ins Kissenzimmer und verbrachte dort alleine die Nacht.
    
    Kapitel 19
    
    Am nächsten Morgen wurde ich nach einem opulenten Frühstück nach Hause gefahren. Sandra sah ich allerdings nicht mehr. Entweder war sie gar nicht mehr da oder sie ließ sich einfach nicht blicken. Der dicke Umschlag in meiner Hand half mir über die Enttäuschung hinweg.
    
    Zuhause angekommen hatte ich erst den Eindruck in der falschen Wohnung zu sein. Alles hatte sich verändert oder besser gesagt, stand nicht mehr da, wo es einmal gewesen war. Doch nicht nur die Möbel standen nicht mehr dort, wo sie zuvor gewesen waren. Selbst die Farben der Wände hatten sich grundlegend geändert. Also trat ich erst einmal einen Schritt zurück in den Hausflur und versicherte mich noch einmal, dass mein Name am Klingelknopf stand.
    
    Da dieser Name mit dem übereinstimmte, welcher in meinem Gehirn hinterlegt war, konnte es nur meine Wohnung sein. Also ging ich wieder hinein und stellte erst einmal meine Tasche ab. Dann ging ich langsam durch jeden Raum und begutachtete ...
    ... die Veränderungen.
    
    Anna hatte wirklich alles verändert, was nur ging. Dabei hatte ich wirklich den Eindruck, als wenn es wirklich ihr Ziel gewesen war, nichts aber auch wirklich nichts dort stehen zu lassen, wo es gewesen war. Was mich dabei überraschte war, dass sie damit ein wirklich geschicktes Händchen gehabt hatte. Es sah alles viel freundlicher und gemütlicher aus als zuvor. Die weibliche Hand hatte das vollbracht, was eine männliche nicht konnte. Man konnte sich endlich wohlfühlen. War es zuvor von klarer und zugleich kalter Linie geprägt, also männlich logisch, so war es jetzt weiblich warm. Man konnte sich sofort wohlfühlen und so erging es mir dann auch. Zumal ich endlich Vorhänge vor den Fenstern hatte. Ich wohnte schon über fünf Jahre hier und hatte es nie für nötig gehalten, welche zu kaufen. Jetzt wurde mir erst recht klar, wozu sie gut waren. Es war gar nicht so der Sichtschutz, sondern die Gemütlichkeit, die damit Einzug in meine Räume fand. So gesehen war Anna eine Bereicherung für mich und mein Umfeld. Nur wer hatte es ihr eigentlich erlaubt, dies zu tun. Gut, es sah wirklich toll aus, aber ich wäre gerne gefragt worden. Wenigstens so ein kleines bisschen, andeutungsweise. Ich würde sie danach fragen, wenn sie kam, denn sie war nicht da.
    
    Zugegeben, ich hatte ihr nie gesagt, wann ich genau wiederkommen würde, von daher konnte ich nicht erwarten, dass sie auf mich wartete. Ich hätte mich wirklich gefreut, wenn sie da gewesen wäre. Irgendwie gehörte sie ...
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