1. Backstage


    Datum: 11.07.2020, Kategorien: Erotische Verbindungen

    Vorbemerkung: Alle handelnden Personen sind volljährig, wissen aber trotzdem nicht, was sie tun.
    
    *
    
    Der hochgeschlagene Jeansjackenkragen verlieh dem gesamten Outfit gleich etwas Lässiges. Dazu noch die dunkelblaue Arbeitermütze à la Brian Johnson auf den wilden Locken. Ich sah meinem Spiegelbild in die Augen und es erwiderte meinen Blick mit einem verwegenen, zweideutigen Grinsen. Ich war Dick.
    
    Im Spiegel sah ich, wie die Tür aufging und Bine in die Garderobe kam. Sie zog überrascht die Augenbrauen hoch, als sie die knarrenden Holzstufen hinunter ging.
    
    „Was machst du denn schon hier?", fragte sie.
    
    Ich schob meine Mütze ein Stück zurück und drehte ihr dann den Kopf zu.
    
    „Mich umziehen."
    
    Kopfschüttelnd ging sie zum Kleiderschrank und suchte nach ihrem Kostüm.
    
    „Das hab ich mir fast gedacht."
    
    „Was fragst du dann?", gab ich trocken zurück, drehte mich voll zu ihr um und beobachtete sie lässig an den Schminktisch gelehnt dabei, wie sie ihren Pulli über den Kopf zog.
    
    „Meine Güte", antwortete sie gedämpft durch die Wolle, „du weißt genau, was ich meine. Wir haben noch mehr als 'ne Stunde. Ich dachte eigentlich, ich bin die Erste."
    
    Sie warf den Pullover auf einen Stuhl und stand nun in Jeans und BH vor mir. Gerade wollte sie den Reißverschluss der Hose öffnen, als sie innehielt.
    
    „Sag mal", meinte sie halb ruppig, halb verlegen, „musst du eigentlich so glotzen?"
    
    Ich grinste nur, ohne Anstalten zu machen, den Blick abzuwenden.
    
    „Keine Sorge, da ...
    ... ist nichts, was ich nicht schon gesehen hätte. Und außerdem", fügte ich hinzu, „kapier ich nicht, warum du dich vor mir so anstellst."
    
    Bine zögerte, zog dann aber doch die Jeans herunter, allerdings nicht ohne mir vorher den Rücken zuzudrehen. Auch gut. Ihr Hintern war schließlich ebenfalls nett anzusehen.
    
    „So hast du doch sonst nie geredet", sagte sie über die Schulter zu mir, „Manchmal hab ich das Gefühl, du spielst Dick nicht nur, du
    
    bist
    
    er."
    
    Damit sprach sie genau das aus, was mir vorhin durch den Kopf gegangen war, als ich mich für die Probe zurecht machte. Quatsch, zurechtmachen. Sich in Dick zu verwandeln hieß abtakeln. Ausgelatschte dreckige Turnschuhe, verwaschene, über den Knien eingerissene Jeans, ein Unterhemd, das nur zur Hälfte in die Hose gesteckt wurde und darüber eine alte Jeansjacke. Und die Mütze natürlich. Mehr Klamotten brauchte es nicht um Dick zu spielen, einen leicht verratzten Rocker, der mit seinem rauen Charme sämtliche Mädchenherzen brach, keinen Straßenkampf scheute und das Leben leicht nahm. Also das genaue Gegenteil von mir -- aber anscheinend brachte er in mir etwas zum Klingen, von dem vorher keiner vermutet hätte, dass es da war.
    
    „So? Wie hab ich denn sonst geredet?", fragte ich meine Mitschülerin spöttisch, die sich in das Kleid kämpfte, was sie für die Rolle der Hauptfigur Janie ausgesucht hatte. Janie, ein Mädchen, welches sich unsterblich in Dick verliebt und ihn schließlich sogar zu einem etwas besseren Menschen macht, ...
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