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Meine Geschichte
Datum: 07.03.2020, Kategorien: Romane und Kurzromane,
... man sie Monate später fand, saßen seine mumifizierten Überreste an einer Wand und der Kopf seiner Frau auf seinem Schoß. Er hatte den Freitod gewählt, sich selber die Pulsadern aufgeschnitten. Hier im Haus fand man ebenso die Bekleidung mehrerer anderer Personen, die man teilweise denjenigen zuordnen konnte, die spurlos verschwunden waren. Zum Schluss blieben aber noch einige über. Wem sie gehört hatten, fand man niemals heraus. Seitdem wohnt hier niemand mehr im Haus. Es wird gesagt, dass ein Fluch darauf liegt!" Mit diesen Worten trat Asifa plötzlich drei Schritte zurück und war hinter der Tür. Es knallte unmissverständlich, als die Tür ins Schloss fiel. Der Schlüssel wurde gedreht und ich stand in der Dunkelheit. Auf einmal öffnete sich eine kleine Klappe in der Tür, die ich zuvor nicht gesehen hatte. „Ach ja, wenn du dort wieder heraus möchtest, musst du auf deine Kräfte vertrauen. Ich werde dich hören. Den Schlüssel zur Tür lege ich hier hin. Bis bald!" Ich rannte zur Tür, konnte noch sehen, wie Asifa den Schlüssel tatsächlich auf den Boden legte und dann langsam nach oben stieg. Jetzt nach ihr zu rufen würde sicher nichts bringen. Da war ich mir sicher. Dabei wurde mir jetzt erst klar, dass es in wenigen Sekunden vollkommen dunkel werden würde. Asifa trug die Kerze bei sich und wenn sie oben angekommen war, würde hier untern vollkommen dunkel werden. In mir kreisten die Gedanken, und während ich noch dort stand, hörte ich weiter oben die Tür zuschlagen ...
... und es wurde dunkel. Jetzt stand ich da, konnte die Hand nicht vor Augen sehen. Dazu war es so still, dass man die Stille fast hören konnte. Das Einzige was ich hörte war mein Atem und mein wild klopfendes Herz. Ich versuchte ruhig zu werden, zu überlegen, ging noch einmal die Folterkammer durch, alles, was ich gesehen hatte. Mir musste etwas einfallen. Als Erstes brauchte ich unbedingt Licht. Ohne war ich aufgeschmissen. Da erinnerte ich mich daran, dass ich in der gegenüberliegenden Ecke zwei kleine Truhen gesehen hatte. Was immer auch darin war, ich musste es herausbekommen. Vielleicht etwas Nützliches. Ich würde mich auf meinen Tastsinn verlassen müssen. Langsam und mit vorgehaltenen Händen tappte ich durch den Raum in die Richtung, die ich meinte, dass es die richtige war. Ich wusste, dass mir am nächsten eine Streckbank sein musste und ich fand sie auch, indem ich schmerzhaft dagegen stieß. Ich wäre fast gestolpert und fluchte vor mich hin. Es ist seltsam, wie wenig Orientierung man in dunklen Räumen hat, auch kann man einmal gesehene Entfernungen, kaum noch einschätzen. Ich setzte wortwörtlich einen Fuß vor den anderen und näherte mich der gegenüberliegenden Wand. In etwa dort mussten die beiden Truhen sein. Natürlich lief ich daran vorbei. Ich prallte mit den Händen an die gegenüberliegende Wand, ging in die Knie, um nach den Kisten zu tasten, konnte sie aber nicht erreichen. Also gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder nach rechts, oder links. Ich entschied ...