1. Meine Geschichte


    Datum: 07.03.2020, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... das konnte man erkennen, den sie waren relativ grob gearbeitet. Nichts von dem neumodischen Kram, den man kannte, sondern hier stand alles, was dazu gedacht war, Menschen wirklich zu quälen, ihnen Schmerzen zu bereiten.
    
    Erstaunt ging ich weiter in den Raum hinein, an Asifa vorbei und bestaunte die Werkzeuge, die an der Wand hingen oder auf Regalen lagen. Diverse Ketten, Peitschen und Kleinwerkzeuge waren so aufgebaut worden, dass man sie gut sehen konnte. Peitschenriemen aus grobem Leder, mit eingearbeiteten Bleikügelchen oder sogar Metallhaken, die sich sicher tief in die Haut schnitten. Daumenschrauben mit Flügelmuttern. Mal mit, mal ohne innenliegende Metallspitzen. Für jeden Folterknecht das richtige Werkzeug. Spanische Stiefel, die jeden Beinknochen zerbrochen oder zerquetscht hätten, birnenförmige Maulsperren, die sich auffalten ließen. Einige der Dinge kannte ich nicht einmal, obwohl ich mich dafür schon seit meiner frühsten Kindheit interessiert hatte.
    
    Während ich alles betrachtete, sah mir Asifa zu, kam aber nicht weiter in den Raum, sondern blieb bei der Tür stehen.
    
    Bevor ich mich den Großgeräten zuwandte, drehte ich mich zu ihr um und fragte sie: „Asifa, was ist das hier? Ein Museum oder war?"
    
    „Man hat den Hergang rekonstruiert. Der vorherige Eigentümer des Hauses hat diesen Keller anlegen lassen. Er war Sammler dieser Dinge. Leider etwas verrückt. Irgendwann verfiel er in einen Wahn, ohne dass es auffiel. Ab dann verschwanden nachts Menschen, ...
    ... vorzugsweise junge Frauen und Männer. Man sah sie niemals wieder. Später kam man durch einen Zufall dahinter. Eine gerade erst verheiratete junge Frau wurde vermisst und ihr Ehemann suchte nach ihr. Er kam hier vorbei und bemerkte einen Stofffetzen, der an einem niedrigen Busch hing. Er hatte sich an den daran befindlichen Dornen verfangen und wurde aus dem Kleid der jungen Frau herausgerissen.
    
    Er handelte sofort, schlich sich zum Haus und brach in dieses ein. Er suchte so lange, bis er die Tür zu diesem Keller öffnete. Hier konnte er schon die Schreie seiner Frau hören und rannte blindlings herunter, riss diese Tür auf und stand wenig später hier drin.
    
    Welcher Anblick ihn erwartete, konnte man nicht mehr genau sagen, aber es muss schrecklich gewesen sein. Er war dem Hausherrn körperlich überlegen. Er muss ihn niedergeschlagen und gefesselt haben. Danach hat er sich seiner Frau zugewandt, konnte aber nicht mehr viel für sie tun. Sie hatte zu viel Blut verloren und starb in seinen Armen.
    
    Was dann folgte, darüber schweige ich mich aus, denn der junge Ehemann ließ den Peiniger jeden Tag mehrmals fast sterben. Belebte ihn wieder, sorgte dafür, dass er nicht an Hunger oder Durst starb, sondern langsam an seinen Verletzungen. Man fand später Teile seines zerstückelten Körpers, die mit Brandspuren und Schnittmalen übersät waren. Wohin allerdings die restlichen Körperteile verschwunden waren, wurde erst nach der Obduktion klar. Sein Mageninhalt zeigte deutliche Spuren davon.
    
    Als ...
«12...313233...67»