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Total Untervögelt - der Wolkenbruch
Datum: 27.02.2020, Kategorien: 1 auf 1,
... war aber genau jene Replik und jene Art des Ablenkens von Themen, wie ich es so gerne tat, halb den Zyniker spielend, halb einen Scherz daraus machend und doch immer das Bewusstsein schürend, dass ich dabei zumindest mit den Worten spielte. Ich konnte nicht sagen, dass es mich störte, aber in dem Moment konnte ich sehr genau verstehen, dass solch ein Verhalten einen Partner rasend zu machen vermochte. Selbst wenn das nicht unser Trennungsgrund gewesen war - aber ... "Was soll ich schon denken Richard. Erwartest du, dass ich um dich kämpfe oder was hast du dir vorgestellt?", erwiderte sie deut-lich ruppiger, als ich erhofft hatte. Es war auch wieder typisch und durchaus feig von mir gewesen, dass ich sie gefragt hatte. Ich hätte ja auch mit meiner Meinung, meinen Gefühlen hervor preschen können. Dann aber hätte ich wohl viel mehr gestehen müssen, als ich je vorgehabt hatte. Jetzt erst recht, wo es doch vorbei war zwischen uns, hatte ich bis vor wenigen Minuten noch den Vorteil gesehen gehabt. Ich schwieg und wir starrten weiter auf die rotierende Trommel des Trockners. Ich wusste, dass da so einiges im Argen war und lag und dass ich zugleich Ursache wie Wirkung war, so wie auch Opfer und dann Täter zugleich. Es war kompliziert - aber das war geradezu lächerlich, davon zu sprechen. Und eine Lösung? Nein, eine Lösung hatte ich nicht. Und zwar wirklich nicht. Jasmin wohl auch nicht - aber vielleicht war sie auch gar nicht auf solche eine bedacht. Gefühle? Ja - und ...
... wie. Wahrlich im Übermaß und nicht mehr kontrollierbar, fast schon egal, an was ich dachte und was ich ver-warf und dann doch wieder darüber nachdenken wollte, wie das Unmögliche mit dem vollkommen Unmöglichen kompatibel ge-macht werden konnte. "Liebst du sie?", fragte Jasmin nach einer gefühlten Ewigkeit, während die Trommel mit ihrer Wäsche sich drehte. "Ja", entgegnete ich ohne lange zu überlegen. Ich wunderte mich nur, dass meine Stimme nicht zitterte, sondern fest und wohl auch deutlich und laut war. Dass mein Schwanz sich dabei - aber nicht notwendigerweise deswegen aufzurichten begann - sah sie wohl nicht, hoffte ich zumindest, denn ich hockte ja entsprechend in einer Art von schützenden Haltung. "Liebst du mich?", fuhr Jasmin mit ihrer Frage fort. "Ja, dich liebe ich auch!", sagte ich frei heraus. Und es stimmte. Das war weder gelogen noch geschönt noch die alternative Interpretation einer anderen Sichtweise. Ja - ich liebte Jasmin. Schon lange. Und JA - ich liebte Kathy: zwar nicht so lange, dafür aber von Anfang an anders. Sexueller auf jeden Fall, von der ersten Begegnung an und ... ach verdammt nochmal. Das war doch einfach alles viel zu kompliziert ... Jasmin lächelte, schüttelte dann jedoch vehement den Kopf und meinte: "Siehst du Richard, da liegt das Problem. Du kannst nicht alles haben!" "Und jetzt?", fragte ich. Es war mir auf der Zunge gelegen, davon zu reden, dass mir ja schon zwei genügten und ich gar nicht alles oder besser gesagt ...