1. Ich Wünschte...


    Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM

    ... hier. Aus dem Internet und so."
    
    Ich blieb stumm und sah mich um. Erst jetzt erkannte ich, das Kletterseil vor mir auf dem Boden. Gelb und schwarz gemustert, locker aufgerollt.
    
    Sofort war das Gespräch vergessen, und die Frage rückte in den Vordergrund, was es mit diesem Seil auf sich hatte?
    
    Würde sie mich fesseln? Hier in der Nacht, in dieser stinkenden Hütte? Konnte ich das zulassen? Mich ihr vollkommen auszuliefern? Was könnte sie alles mit mir anstellen, wenn sie mich einmal all meiner Freiheit und Kontrolle beraubt hatte? Konnte ich mich ihr wirklich so ausliefern?
    
    Angst stieg in mir hoch und ertränkte meinen Verstand.
    
    Ihre Stimme war wieder leise und kontrolliert.
    
    „Ich habe sie beobachtet, wie Sie mich beobachtet haben. Die Gardinen im Lehrerzimmer sind nicht so dicht, wie Sie vielleicht glauben. Das hat mir gefallen. Ich meine, dass eine Lehrerin einer Schülerin nachstellt. das schmeichelt mir. Das schmeichelt jedem, nehme ich an. Und Sie sind ja nun auch nicht unansehnlich. Ich müsste mich mit Ihnen nicht schämen."
    
    Was sollte ich sagen?
    
    Welch schiefer Gedanke. Sie müsste sich mit mir nicht schämen? Was sollte das? Stellte sie sich vor, dass sie mich in aller Öffentlichkeit zur Schau stellen konnte? In mir schrillten Alarmglocken.
    
    Sollte ich das richtig stellen?
    
    Sollte ich protestieren?
    
    Sollte ich mich dazu äußern?
    
    Das war eine Sache, die nun vollkommen jenseits jeder Diskussion stand. Am Nasenring durch die Schule geführt zu werden ...
    ... von ihr. Da könnte ich gleich meine Kündigung einreichen.
    
    Aber ich sagte nichts. Das war nicht die Zeit für Verhandlungen über die Natur unserer Beziehung.
    
    Liz ging über den Gedanken hinweg.
    
    „Sie reizen mich. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn Sie mich ansehen, dann fühle ich etwas. Etwas ... Wölfisches. So was wie einen Jagdtrieb oder so. Ich weiß nicht, was es ist. Irgendwie senden Sie so was aus wie: Ich bin ein Opfer. Friss mich!"
    
    Ich schwieg. Sie hatte recht.
    
    „Ich habe mich jedenfalls gefragt, was Sie von mir wollen. Ist ja nicht üblich, dass das Opfer dem Raubtier auflauert. Was wollen Sie von mir?"
    
    Sie wollte mir zeigen, dass sie mir auch intellektuell das Wasser reichen konnte, dass sie sich Gedanken gemacht hatte.
    
    „Also?"
    
    Was wollte ich von ihr? Das war eine gute Frage. Ich hatte sie mir so explizit noch nie gestellt. Was wollte ich von ihr? Mir schien der Gedanke absurd. Hatte ich hier etwas zu wollen? In der Rolle, die ich mir vorstellte, hatte ich allenfalls auf die Brotkrummen zu hoffen, die sie mir vor die Füße warf. Lief es nicht so? Aber natürlich war das Unsinn. Natürlich hatte ich Erwartungen zu haben. Ich hatte eine Entscheidung getroffen, in freien Stücken hatte ich mich entschlossen. Natürlich hatte ich Erwartungen.
    
    Zu Dienen.
    
    Ihre Aufmerksamkeit zu erlangen.
    
    Mich hinzugeben.
    
    Glücklich zu sein.
    
    Erfüllung zu finden.
    
    Zu ihren Füßen zu liegen.
    
    Geliebt zu werden.
    
    Sie saß immer noch still da und wartete auf meine ...
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