1. Ich Wünschte...


    Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM

    ... gleiche Macht, die mich vor ihren Füßen verharren lassen wollte, hielt mich zurück, das Spiel zu beenden. Sie gewann wieder. Ich wollte hören, was sie zu sagen hatte, was sie anzubieten hatte.
    
    Also sah ich sie stumm an. Ohne Widerworte und schicksalsergeben.
    
    „Na also. Geht doch. Sie finden irgendwas an mir, sonst würden Sie mir nicht so nachstellen. Ich seh's in Ihren Augen. Ich bin geradeheraus und offen und so. Und Sie suchen so jemanden wie mich."
    
    Sie hatte recht, so wenig ich mir das eingestehen wollte.
    
    „Ich habe auch über Sie nachgedacht. Ich glaube, es würde mir Spaß machen, Ihnen das zu geben, was sie so dringend brauchen."
    
    Sie sah mich an.
    
    Ihre Stimme hatte sich geändert. Sie klang jetzt ernst und seriös, sprach wie eine Erwachsene.
    
    „Und was suche ich deiner Meinung nach?"
    
    Der Frosch in meinem Hals ließ mich ein wenig krächzen. Dabei wollte ich doch neutral und unbeeindruckt klingen.
    
    Sie sagte nichts, sondern trat einen halben Schritt näher und starrte mich an. Mit diesen grünen Augen. Funkelnd. Ich weiß nicht, ob sie sich auf Zehenspitzen stellte oder ich unwillkürlich zusammensank, jedenfalls war da wieder dieser Größenunterschied.
    
    Dieser Unterschied in der Hierarchie.
    
    Ich blickte wieder zu ihr auf, und was ich ihren Augen entnahm, entsprach all meinen Sehnsüchten. Diesen neuen Sehnsüchten, die ich bisher nie gekannt hatte.
    
    Dann zerschnitten ihre Worte leise diesen Moment:
    
    „Das weißt du ganz genau."
    
    Es war ein ...
    ... beschwörendes und gehauchtes Flüstern, ich erkannte, dass sie mich duzte, dass sie Grenzen überschritt, aber es waren die, die ich überschritten sehen wollte.
    
    Da war etwas. Es war etwas Dunkles. Ich konnte es nicht sehen, ich roch es allenfalls. Es roch schwer und animalisch, nach Moschus vielleicht. Ein schwerer Duft. Ich hätte es nicht in Worten ausdrücken können. Damals nicht, und ich glaube, Liz konnte es auch nicht. Sonst hätte sie es formuliert. Sie war geradeheraus und druckste nicht herum.
    
    Mir fiel keine Antwort ein. Was konnte ich erwidern? Aber sie erwartete eine Replik.
    
    Es gab eine richtige Antwort. Eine klare Antwort:
    
    „Nein! Was bildest du dir ein? Wer bist du? Was nimmst du dir heraus? Was glaubst du, was ich riskiere? Was immer du meinst, ist falsch!"
    
    Und doch erschien am Horizont eine Armee der Visionen, die Unerhörtes versprachen. Die Schritte ihrer Stiefel im Gleichklang, die immer lauter in meinem Hirn widerhallten. Stark und unwiderstehlich.
    
    „Gib dich ihr hin! Gib dich ihr hin! Gib dich ihr hin!"
    
    So klang es im Rhythmus ihres Marsches.
    
    Ich bekam Angst vor meinen eigenen Fantasien. Und dazu dieses Hämmern in meiner Brust.
    
    „Gehorche ihr! Gehorche ihr! Gehorche ihr!"
    
    Es war mein Herzschlag und all dieser Lärm in meiner Seele.
    
    Das Vibrieren und Marschieren einer wohlorganisierte Armee. Einer Armee von dunklen Gestalten, die nach Moschus und heißem Schweiß stanken.
    
    Sie verscheuchten die klaren Antworten der Moral, die in alten ...
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