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Ich Wünschte...
Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM
... anrief, blieb die Leere. Hans tat immer noch weh, aber nun mehr wie die Erinnerung an einen Schmerz. Vielleicht eher wie ein Phantomschmerz. So etwas war er ja auch. Der Schmerz verursacht in einem Körperteil, das nicht mehr existierte. Aber eben ein Schmerz, der noch zu fühlen, nicht zu leugnen war. Irgendwie entwickelte Liz sich zu einer Art sagen wir Bekannten. Wenn ich morgens in die Schule kam, hielt ich nach ihr Ausschau. Unauffällig natürlich. Ich lief ihr nicht nach oder so, aber ich schaute nach ihr. Es war so eine Art Ritual. Ich stand oben im Lehrerzimmer hinter dem vergilbten Vorhang und schaute hinunter auf den Schulhof. Wenn ich sie entdeckte, schien der Schulhof schöner, verschwand der Beton ein kleines Wenig, und das Grün der Sträucher trat deutlicher hervor, die bunten Jacken und Hosen der Kinder, die Sonne, der Himmel. Alles wurde ein wenig heller, farbenreicher. Es war nur eine Nuance, aber ich merkte es. Da war einfach nur das Wissen, dass es jemanden gab, an den man dachte und der offensichtlich an einen selbst dachte. Was auch immer sie bewog oder antrieb. Sie hatte kein professionelles Verhältnis, sich mit mir auseinander zu setzen, wie die Kollegen das taten. Es war eine Wahl, die sie getroffen hatte. Sie wollte mich zur Kenntnis nehmen. Das reichte mir schon. Wenn es sich anbot, blieb ich ein wenig länger in der Schule. Es gab schließlich immer was zu tun, zu korrigieren, vorzubereiten. Solche Sachen halt. Es war keine verschwendete ...
... Zeit, es war Arbeitszeit, die ich halt nicht bei mir zuhause absolvierte, sondern in der Schule. Ich blieb da, nur um zu sehen, wie sie aus der Turnhalle kam nach dem Sportunterricht. Ich stand dann hinter dem Vorhang und wartete auf sie. Nachdem ich gesehen hatte, wie sie die Schule verließ ging ich mit einem besseren Gefühl nachhause. Ich hatte mir ihren Stundenplan angesehen. Vorher allerdings hatte ich mir einen Grund zusammengereimt, um dies zu legitimieren. Ich erinnere mich nicht mehr, wie ich mich gerechtfertigt hatte. Aber ich fand einen Grund, und dann ärgerte ich mich, dass ich mich vor mir rechtfertigen musste. Wenn ich mit dem Rad fuhr, dann führte mich mein Weg manchmal an dem Haus vorbei, in dem sie wohnte. Es war ein großes Haus, ein Stadthaus mit Stuckverzierungen. Was ihre Eltern machten, wusste ich nicht. Ich wollte es auch nicht wissen. Es war alles ganz harmlos. Ich stellte mir vor, dass sie in ihrem Zimmer wäre. Spät abends brannte oft noch Licht. Ich fragte mich, was sie machte. Ob sie las oder ihre Hausaufgaben machte oder ... oder vielleicht an mich dachte. So wie ich an sie. Ich fuhr einfach die Straße entlang, weil sie in einer schönen Gegend lag, in einer besseren Gegend mit einer schönen Allee. Es war einfach ein kleiner Umweg, der sich aus vielerlei Gründen lohnte. Sie war meine erste Bekannte in der neuen Stadt. Eine unbekannte Bekannte oder eine bekannte Unbekannte. Wenn wir im Gang in der Schule aneinander vorbei gingen, ...