1. Eigentlich wollte ich nur Zigarette


    Datum: 22.08.2019, Kategorien: Erotische Verbindungen

    ... sie vielmehr darauf, dass im Beutel ein Haar ihrer Geliebten ist, bevor sie ihn ihr schenken."
    
    Etwas verwundert schob ich das eigenartige Geschenk in die Seitentasche meiner Jacke und verließ den Laden wieder.
    
    Sollte es wirklich solche magischen Wirkungen geben? Ich fühlte mich schon früh von solchen Themen angesprochen. Hatte als Kind mir oft Aufgaben auferlegt, die ich zu erfüllen hatte, wenn mein Wunsch, den ich damit verbunden hatte, in Erfüllung ging. Es hat, soweit ich mich erinnern kann, immer geholfen. Mein sehnlichster Wunsch war, mit Charlotte zusammen zu sein, eine Bindung zu ihr zu haben, die uns beide nicht einschnürend, sondern ergänzend vereint.
    
    Ich wollte mich auf den Zauber dieses Schmuckstücks einlassen. In meiner Wohnung würde ich sicher eines ihrer Haare finden und dies dem Geschenk beifügen. Ich fuhr, als ob ich heimlich nach Hause gehen müsste, mit der anderen Straßenbahnlinie, um nicht am Laden vorbeigehen zu müssen. Ein wenig fürchtete ich doch die Entdeckung meines Vorhabens. In meiner Wohnkiste angekommen, setzte ich meine Kaffeemaschine in Gang. Während dieses aufheizte, war ich auf die Suche. Es war nicht schwer, zwischen den Bettlaken eines der begehrten Haare zu finden.
    
    Ich entnahm dem Lederbeutel den Halsreif und sah mir das Stück noch einmal an. Was für ein Holz mag das sein? Es schien geschnitten aus einem größeren Teil. Die Spuren des Werkzeugs, das es geformt hatte waren deutlich zu erkennen. Trotzdem war die Oberfläche glatt. ...
    ... In der Hand wog der Ring weniger, als das Auge vermuten ließ. Ich wollte sicher sein, dass das Haar von Charlotte nicht verloren ging.
    
    Also nahm ich etwas Klebstoff streifte ihn am einen Ende über das seidene Haar und befestigte es damit im Inneren des Beutels, legte den Ring zurück an seinen Platz, um Charlotte das Präsent überreichen zu können.
    
    Nachdem ich meine Post durchgesehen und meinen Kühlschrank überprüft hatte, waren die dingenden Angelegenheiten des Tages erledigt. Ich konnte mich mit Kaffee und Zigarette noch gemütlich auf den Balkon setzen. Gemütlich war jedoch übertrieben, ich ertappte mich dabei wie ich im Abstand weniger Minuten immer wieder auf die Uhr sah, die sich heute einfach nicht fortbewegen wollte.
    
    Zwischendurch überprüfte ich im Schlafzimmer an meinem Radiowecker dann sogar, ob meine Armbanduhr richtig eingestellt ist. Sie war es. Ich war der Ungeduldige, der es nicht erwarten konnte, dass die Uhr die zweite Mittagsstunde anzeigt. Der Zweikampf mit dem großen Zeiger der Uhr schien in Zeitlupe geführt zu werden. Immer wieder stand ich auf, ging nach drinnen, um dort etwas zu holen, stelle dann aber fest, dass es nichts gab was ich hätte besorgen wollen. Danach saß ich wieder kopfschüttelnd auf meinem Stuhl.
    
    Ich begriff mich selbst nicht mehr, glaubte ich allen Ernstes die Zeit würde im Gehen schneller verstreichen als im Sitzen? Ich fragte mich selbst vor mich hin brummelnd:
    
    "Johann, warum bist du so ungeduldig?" Eine Antwort erhielt ich ...
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