1. Ich will nur sie 2


    Datum: 10.04.2019, Kategorien: Reif

    ... schelmisch.
    
    „Das gehört eigentlich nicht hierher“, der Psychologe wollte sich unbedingt an die Regeln halten, obwohl er sie bereits gebrochen hatte.
    
    „Sie unterliegen doch nicht der Schweigepflicht. Sagen sie schon“, Herr Engel konnte sehr charmant sein und spielte diese Karte, auch gegenüber Männern aus. „Ich erzähle ihnen dann auch mehr über sie“, lockte er kichernd.
    
    „Also gut. Wir gingen zusammen zur Schule, in die gleiche Klasse sogar. Sie saß von der siebten bis zur zehnten Klasse neben mir, ganz vorne. Doris war damals schon anders, als alle Mädchen, die ich gekannt hatte. Sie wirkte oft sehr erwachsen. Ich bewunderte ihr Selbstbewusstsein. Es war stark und manchmal, dachte ich auch, dass sie viel intelligenter sei, als sie zu sein schien“, nun war es Ulf, der in Gedanken weit weg war. Michael sah ihn fasziniert an.
    
    „Für mich, war sie immer etwas ganz besonderes. Doris war nicht schön, aber auch nicht hässlich. Sie gehörte zu keiner Clique. Ihre beste Freundin, war Sara. Sie hingen ständig zusammen. Egal, ob in der Pause oder nach der Schule“, er lächelte.
    
    „Wir Jungens, hatten mal ein wenig gelästert, dass die beiden lesbisch wären, aber ich schämte mich hinterher sehr deswegen. Doris war, wie ein Geist. Wenn sie da war, nahm man sie wahr, aber sobald sie aus dem Blickfeld verschwunden war, vergaß man sie völlig“, Ulf zog die Nase kraus.
    
    „In meinem Studium habe ich gelernt, dass diese Menschen, hochintelligent sind. Sie verstehen es, Präsenz zu zeigen, ...
    ... wenn sie wollen und sich zu verstecken, wenn sie wollen“, er lachte frei heraus.
    
    „Wenn ich das damals schon gewusst hätte, aber egal. In einer Freistunde, taten zwei Freunde und ich uns zusammen und ärgerten sie. Wir drei hatten alle braune Augen und wir wussten, dass sie unseren Blicken immer auswich. Zu dritt fixierten wir sie, aus drei verschiedenen Richtungen. Das war ein Spaß. Wir forderten sie heraus uns in die Augen zu sehen und sie verlor jedes mal“, nun lachte der Erzähler schallend.
    
    „Sie erzählte uns im Anschluss, dass ihre Oma braune Augen habe und das sie sie sehr liebte. Ich weiß nicht, wie es den anderen ging, aber ich fühlte mich auch von ihr geliebt“, er schmunzelte.
    
    „Eines schönen Tages, kam sie mit einem ganz süßen Stofftier an, das sie vor sich auf den Pult stellte. Ich fragte sie, wie es hieß und sie sagte: Filou. Das ist die französische Bezeichnung für Bengel oder Schlitzohr“, er kicherte bei der Erinnerung.
    
    „Wenn man die Buchstaben ein wenig durcheinander brachte, hieß es O Ulfi“, der The****ut schüttelte sich wahrlich aus, vor Lachen.
    
    „Ich habe sie damit aufgezogen und wir haben uns gekabbelt. Sie boxte mich in den Arm und da schnappte ich sie mir und umarmte sie. Damals wurde sie stocksteif. Heute weiß ich, dass sie mich wirklich geliebt hat. Heimlich, still und leise, ohne mir Avancen zu machen“, er wurde nachdenklich.
    
    „Ich fand es irgendwie ansteckend und versuchte, diese Gefühle zu behalten, aber es war schwierig, einen Menschen ...
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