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Anita und wir Episode 02
Datum: 28.02.2019, Kategorien: Erotische Verbindungen
... 'Papa' ist." "Oh, Shit, sorry. Ich bin Jessica deVille, die manchmal etwas geistesabwesende Tochter vom Oberboss." Ich grinste die junge Frau auf dem Telefondisplay an. "Entschuldigung akzeptiert. Möchten Sie mit dem 'Oberboss' sprechen?" "Nein! Anita, äh, ich darf doch Anita sagen? Ich bin Jessica." Ich musste lachen. "Klar doch. Nun hol erstmal tief Luft. Einatmen, ausatmen ..." Jessica schien sich zwingen zu müssen. "Okay. Ich bin ein bisschen nervös. Papa hat bei einem seiner seltenen Besuche zu Hause erzählt, dass Sie ... dass du Psychologie studiert hast. Ich müsste mal dringend mit dir reden." Die letzten beiden Monate in Toms Vorzimmer waren recht frustrierend gewesen. Die Chemie, die ich im Vorstellungsgespräch geglaubt hatte zu spüren, war irgendwie verschwunden. Tom hatte sich wenn möglich noch tiefer in seine Arbeit vergraben und schien mich überhaupt nicht bewusst wahrzunehmen. Und jedes Mal, wenn er dann in meine Richtung lächelte, durchzuckte es mich wie ein Blitzstrahl. Mit meinen vierzig Jahren und mit meiner Vergangenheit sollte ich doch über eine schulmädchenhafte Verliebtheit hinaus sein... "Wenn du keine Zeit hast ...", fuhr Jessica fort, und ließ den Halbsatz in der Luft hängen. "Doch, doch", sagte Anita. "Kein Problem. Wann passt es dir?" "Heute Nachmittag um drei? Das Café im Grüneburgpark? Geht das?" "Kein Problem. Das schaffe ich." "Danke. Tschüss." Ich blickte nachdenklich auf den dunklen Bildschirm. Tom ...
... hatte einmal seine Tochter erwähnt. Mit leichtem Stress in der Stimme und mit einem seltsamen Blick in die Ferne. Das Familienfoto auf seinem Schreibtisch zeigte zwei dunkelblonde Schönheiten mit lachenden Gesichtern. Seine Frau war seit ein paar Jahren tot, und Jessica scheinbar alles, was er an Familie noch hatte. Die Nervosität der jungen Frau am Telefon passte irgendwie nicht zu dem Bild, das ich mir von ihr gemacht hatte. * Als ich kurz vor drei in dem Café ankam und mich umschaute, war Jessica schon da, schoss aus ihrem Sitz hoch und auf mich zu, schien dann aber nicht zu wissen, ob sie mich umarmen sollte oder mir nur die Hand drücken. "Anita, hi!" Ich nahm ihr die Entscheidung ab und drückte sie an mich. Jessica war fast so groß wie ich, obwohl sie flache Sneakers unter ihren Jeans trug und keine Pumps wie ich. Jessica zuckte zuerst leicht zusammen, erwiderte aber dann doch die Umarmung mit einer Kraft, die auf regelmäßiges Training schließen ließ. "Ich freue mich, dich kennenzulernen", sagte ich aus vollem Herzen. Jessica blickte mich ernst an. "Ich auch", sagte sie. "Ich auch." War da etwa eine Träne in ihrem Augenwinkel? Jessica hatte einen Tisch am Fenster ausgesucht, wohl damit wir trotz des gut besuchten Cafés ein wenig Intimsphäre hatten. "Ich ...", begann Jessica stockend. Sie holte Luft. "Das muss unter uns bleiben. Auch vor Papa." "Ehrenwort. Du weißt doch sicher, dass das Wort 'Sekretärin' etwas mit Geheimnissen zu tun ...