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Anita und wir Episode 02
Datum: 28.02.2019, Kategorien: Erotische Verbindungen
... Chefsekretärin eigentlich nicht ausplaudern sollte. Wie stolz Thomas auf seine Firma war, wie sehr er unter dem Verlust seiner Frau litt. Nur, warum er sich so tief in seine Arbeit vergrub, konnte sie mir nicht sagen. Ich tauchte also an dem Tag in der Firma auf, sagte meinen Namen, den die Assistentin auch seltsamerweise ganz unten auf ihrer Liste fand — in Frauenhandschrift nachträglich hinzugefügt — schnappte mir eine der Fachzeitschriften über Haushaltsroboter, für die sich die anderen Aspirantinnen scheinbar überhaupt nicht interessierten, und setzte mich still in eine Ecke. Ich habe beim Lesen echt die Zeit vergessen, denn ich war richtiggehend überrascht, als die Assistentin mich aufrief." Thomas lachte. "Ihr müsst euch das mal vorstellen. Ich hatte den ganzen Vormittag über die Prozession von mittelalterlichen, verkniffen lächelnden Möchtegern-Chefsekretärinnen abgenommen. Perfekt geschminkt, tipptopp gekleidet. Mit tollen Referenzen, aber ohne jeden Sinn für Humor. Ich dachte schon, ich würde in Zukunft meine Termine selbst verwalten müssen, und blickte wohl recht griesgrämig drein, als Anita reinkam. Ganz anders als alle anderen. Blond, hochgewachsen und sommersprossig. Kein Makeup. Lachte über das ganze Gesicht." "Hey", beschwerte Anita sich. "Ich war auch tipptopp gekleidet." "In einem — wie ich später erfuhr maßgeschneiderten — taubenblauen Kostüm und einer Bluse aus Rohseide. Wie ein Diamant nach einer ganzen Reihe von ...
... Glasklunkern." "Danke schön. Ich konnte es mir ja schließlich leisten. Also Tom blickte mich abschätzig an, streckte mir seine Hand entgegen und stellte sich vor. 'Und bevor Sie fragen', fuhr er mit steinerner Miene fort, 'weder verwandt noch verschwägert mit Cruella.'" "Sie starrte mich an, als wäre ich nicht gescheit, dann schlug sie sich die Hand vor den Mund und brach in Kichern aus." "Hey, ich hatte alles Mögliche erwartet, nur nicht, dass der Boss und Alleinbesitzer eines Riesenkonzerns ein Vorstellungsgespräch mit einem faulen Witz eröffnet. Ich war echt von den Socken." "Sie war die einzige von den — ich glaube zwölf — Kandidatinnen, die lachte. Die anderen verzogen nur säuerlich das Gesicht." "Kein Wunder, dass die anderen Gespräche immer so schnell zu Ende waren. Meins dauerte ein bisschen länger." "Zuerst einmal die fünf Minuten, die du gebraucht hast, um dich wieder einzukriegen, und dann die Viertelstunde, in der du um dein Gehalt gefeilscht hast wie auf einem orientalischen Bazar." "Wenn man bedenkt", sagte Anita nachdenklich, "dass es dann nur drei Monate gedauert hat, bevor du mich wieder gefeuert hast, war das eigentlich eine verlorene Viertelstunde." "Gefeuert?", fragte Vanessa zweifelnd. "Keine Techtelmechtel mit Angestellten", grinste Anita. "Doch gehen wir lieber chronologisch vor." Anita "deVille-Haushaltsgeräte, Anita Larson am Apparat. Womit kann ich Ihnen helfen?" "Sie sind doch die neue Sekretärin von Papa?" "Das kommt darauf an, wer ...