1. Der schwere Koffer ...


    Datum: 18.04.2018, Kategorien: Reif

    ... peinlich gewesen, hatte sie sich nicht verdient. Aber ... verdient hätte ich es doch.
    
    »Aber - es war mir ein Vergnügen, Sie begleiten zu dürfen!«
    
    Der Koffer war wirklich schwer - den würde sie nicht tragen können. So konnte ich sie trotz allem sicher nicht zurück lassen, wenn schon dann wenigstens zu einem Taxi hin.
    
    »Soll ich noch ... zu einem Taxi hin oder ...? Den Koffer?«, fragte ich in Fragmenten.
    
    Warum nicht in ganzen Sätzen, wunderte ich mich. Ihr Mantel war beim Stiegensteigen weiter aufgegangen. Ein zusätzlicher Knopf auf der Bluse hatte sich ebenso geöffnet. Ihre Mulde, ihre weiche sanfte Ausbuchtung - ich hatte es schon vorher geahnt. Ge­danken, die nun mit der wahren Ansicht belohnt wurden: ein Rüschen-BH, altmodisch aber nett und neckisch. Und ihr Busen - zwei schön geformte Handvoll, eher sogar recht volle Körbchen. Ein­ladend, den Kopf dazwischen zu platzieren oder gar anderes auch und dann zwischen diesen weichen Bergen sich bewegen, danach trachten, dass sie ihren Mund öffnete, auf dass sie ...
    
    Ich biss mir auf die Lippen, um nicht wie aus heiterem Himmel heraus zu stöhnen.
    
    Die Suchkriterien für meine Internetrecherche danach standen schon fest, youporn xhamster oder eroboom als präferierte Ein­stiege in die virtuelle Welt der Geilheit. Schade eigentlich, dass die reale so ganz außerhalb jeglicher Frage stand, sagte ich mir. Ich konn­te mich nur wundern, dass ich überhaupt so unrealistisch den­ken vermochte.
    
    Sie war mindestens doppelt so ...
    ... alt wie ich und - nein, einfach lächerlich, da an so was zu denken. Wohl nur deswegen, dass ein solcher Gedanke überhaupt entstehen konnte, weil die zwangs­weise Enthaltsamkeit nun doch schon fast ein Monat andauerte. Diese Schlampe, meine Ex ... kaum war ich auf Dienstreise, schon war sie mit wem anderen im Bett. Vielleicht sogar davor auch ge­we­sen, wer weiß das schon im Nachhinein.
    
    »Taxi!?«, fast kam das wie ebensolcher Vorwurf über die Lip­pen, als hätte sie mehr von meinen Gedanken lesen können.
    
    »Nein - zu teuer ... und außerdem: ich muss nicht weit, zur Neumann Allee!«
    
    Ich nickte, der Name schien in mir eine feine Erinnerung auszu­lösen. Mag sein, dass ich diesen auf GoogleMaps gesehen hatte, wie ich wegen meines Hotels gesucht hatte, wie ich da öffentlich hin kam. Auch da war die Antwort am besten zu Fuß gewesen.
    
    »Ja - und ich ... muss zum Kronprinzen ...«, stellte ich fest.
    
    »Kronprinz?«, dachte sie kurz nach und lächelte dann, wie sie meinen Irrtum korrigierte. »Erbprinz! Oder - Hotel Erbprinz, neh­me ich an?«
    
    Ich nickte, ob Erb- oder Kron- es war was mit Prinz, ganz sicher.
    
    Sie lächelte nochmals etwas intensiver und freundlich, fast mit dem Hauch einer Erleichterung.
    
    »Da haben wir ja beinahe den gleichen Weg!«, meinte sie freu­dig. Mit anderen Worten, ich würde natürlich den Koffer noch eine Zeit lang schleppen. Das störte nicht wirklich, es war nur ... nein, egal. Ich tat es gern, hatte angenehme Begleitung. Und sie hätte es alleine nicht ...
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