1. wieder getroffen


    Datum: 09.08.2020, Kategorien: Ehebruch

    Mein Schatz, unsere Geschichte war so immens heftig, hatte soviel Bedeutung, wir haben uns so sehr geliebt, uns in solcher Trauer voneinander getrennt, uns so lang nicht mehr getroffen, nicht mehr treffen dürfen, weil wir so große Angst hatten, davor uns wieder zu sehen, davor, dass uns unsere Liebe wieder einholt, davor, dass unsere Ehen zu Bruch gehen, davor, dass unsere Pferde miteinander durchgehen, davor, dass wir unsere Liebe leben, davor..........
    
    Wir haben uns beteuert, dass wir in unseren alten Beziehungen glücklich sind, uns erzählt, dass nur unsere Bekanntschaft das Verhängnis ist, die Momente, in denen wir miteinander geschlafen haben, vielleicht nur Sex waren, wir uns einfach nie wieder sehen wollen und alles ist gut!
    
    Mein Schatz, jetzt ist ein Jahr vergangen, wir haben unser Leben weiter gelebt und wollten uns wieder treffen, um uns zu beweisen, dass wir nichts mehr füreinander empfinden. Wir wollten reden, so wie ehemalige lovers, uns erzählen, wie schön das Leben ohne einander ist.
    
    Beim teuersten Italiener der Stadt haben wir fürstlich gegessen und uns ständig versichert, dass wir uns ja nur mehr als alte Freunde treffen. Nachdem wir noch einen Grappa zum Abschied getrunken haben, hast Du die Rechnung beglichen und wir sind gemeinsam zum Parkplatz gegangen.
    
    Unsere Autos waren nicht weit voneinander weg geparkt, Du hast mich zu meinem gebracht, wie in alten Zeiten, die Tür für mich geöffnet. Auch heute hast Du zwar meine Autotür auf gemacht, Dich ...
    ... aber zugleich so hin gestellt, dass ich nicht an Dir vorbei kam, um einzusteigen. Ich habe mich wieder unter Deinem Körper durch bücken müssen, ganz nah an Dir, um in mein Auto zu finden. Bei dieser fast akrobatischen Übung hat mein Ohr Deinen Mund gestreift, Du hast mich in der Bewegung angehalten, bist mir mit Deiner Zunge über meine Ohrmuschel gefahren und hast mir ganz zärtlich ins Ohr gehaucht, ob mein Mann immer noch während der Woche weg ist. Deine Zungenspitze, die so ganz sanft in meiner Ohrmuschel zu spüren war, die hat mich sofort wieder erinnert, an all das, was wir miteinander erlebt haben. Ich bin keinen Millimeter zurück gewichen, ich habe meinen Kopf gedreht zu Dir, zu Deinen Lippen und hab Dir gesagt, dass sich an meiner Situation nichts verändert hat. Mein Mann ist immer noch von Montag bis Freitag in Brüssel, Jurist, genau, wie Du. Deine Hände haben sich um meinen Kopf gelegt, nicht so fest, mein Schatz, wie ich es von Dir gewohnt war, aber doch so eindrücklich, dass ich Dir ganz klar in die Augen schauen musste. Als sich unsere Augen begegnet sind, hast Du mich gefragt, so wie in alten Zeiten: Sonnenschein, noch einen alten Whiskey bei Dir? Bei soviel Wärme wie für Dich in diesem Moment in mir war, hätte ich nie nein sagen können, ich hab zu Dir gesagt, dass wir nur mehr ein Glas bei mir trinken werden und Du dann gehen sollst.
    
    Mein Liebster, wie früher so oft, haben mich Deine Scheinwerfer im Rückspiegel meines Autos begleitet, wie schon sehr oft bist Du ...
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