1. Meine Geschichte


    Datum: 07.03.2020, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... gewesen war.
    
    Ausgerüstet ging ich wieder zu der Klappe und versuchte den Schlüssel zu angeln.
    
    Es war nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Haken fasste nicht gleich und ich brauchte noch mehrere Anläufe, bis ich es geschafft hatte. Mit einem triumphierenden Lächeln zog ich den Schlüssel hinein und empfand mich als Genie. Einfacher hätte es nicht gehen können. Mein Lächeln gefror jedoch in dem Moment, als ich bemerkte, dass die Tür von innen kein Schlüsselloch hatte. Die Klinke war da, aber das war auch alles. Ich fluchte erneut und fragte mich ernsthaft, wer auf diese blöde Idee gekommen war. Ich wusste es nicht und ging kopfschüttelnd zu einer Streckbank, setzte mich darauf und starrte für einen Moment in das Halbdunkel des Raums.
    
    Plötzlich schreckte ich auf, denn ein leises, aber deutlich vernehmbares Stöhnen war zu hören. Wieder eines wie schon oben, nicht aus Lust, sondern aus Schmerz. Dabei konnte ich nicht einmal sagen, von wo es kam. Es schien aus jeder Richtung gleichzeitig zu kommen. Konnte also seinen Ursprung im Raum selber haben, oder vor der Tür entstanden sein. Zur Sicherheit rannte ich zur Tür und schaute durch die Klappe.
    
    Nichts als Dunkelheit war dahinter zu erkennen, nur der dünne Lichtstrahl, er wie ein Finger durch die Klappe fiel, brachte etwas Licht. Doch das wenige erhellte nur sehr wenig, das meiste blieb zumindest im halbdunkel. Als ich mich umdrehte, um wieder in den Raum zu gehen, meinte ich aus dem Augenwinkel einen ...
    ... Schatten zu sehen, aber als ich genauer hinsah, war er nicht mehr erkennbar. Wahrscheinlich spielte mir meine Fantasie einen Streich.
    
    Also ging ich wieder zur Streckbank, setzte mich darauf und dachte über meine Lage nach.
    
    Ich war eingeschlossen, hatte zwar Licht, aber nichts zu essen oder trinken. Asifa war nicht da und es sah auch aus, als wenn sie so schnell nicht wiederkommen würde. Es war sicher eine Art Probe, auf die sie mich stellte, nur wusste ich nicht, was das für eine sein sollte. Um es heraus zu bekommen, dachte ich darüber nach, was sie zum Schluss zu mir gesagt hatte.
    
    Soweit ich wusste, hatte sie gesagt, dass ich auf meine Kräfte vertrauen sollte und nach ihr Rufen. Das mit dem Schlüssel war wohl nur eine Ablenkung gewesen, und führte nicht zum Ziel. Das hatte ich in zwischen auch heraus bekommen.
    
    Dumm war nur, dass ich nicht wusste, was für Kräfte ich haben sollte. Darüber hatte sie immer nur wage gesprochen. Außerdem ging ich davon aus, dass Asifa es mit dem Rufen nicht so gemeint hatte, wie sie es gesagt hatte. Aber um das zu überprüfen, ging ich erneut zur Türklappe und begann tatsächlich zu rufen. Es war ein Versuch wert.
    
    Es kam mir in der Stille unheimlich laut vor, als ich ihren Namen durch die Klappe rief. Mehrmals wiederholte ich es, blieb dann einem Moment still und lauschte, ob sich etwas tat. Ich war nicht enttäuscht, als sich selbst nach mehrmaliger Wiederholung kein Erfolg einstellte. Ich hatte es nicht erwartet. Wenige Minuten später ...
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