1. Meine Geschichte


    Datum: 07.03.2020, Kategorien: Romane und Kurzromane,

    ... hatte.
    
    „Komme morgen wieder, bringe etwas Zeit mit und ich werde versuchen, den Bann zu brechen, der deine Kraft verborgen hält!"
    
    „Ich habe nichts weiter vor und komme gerne!", antwortet ich und Asifa stand einfach auf und ging in ihren Wohnwagen. Als die Tür zuschlug, wusste ich innerlich, dass ich sie an diesem Tag nicht mehr wiedersehen würde. Trotzdem trank ich noch meine Tasse Tee leer. Er schmeckte gut und ich hatte Durst. Samira sah ich den Tag nicht.
    
    Diese Nacht schlief ich ausgenommen gut. Der mangelnde Schlaf der letzten Tage trug dazu bei. Als ich aufwachte, war ich innerhalb weniger Minuten putzmunter, sprang fast vergnügt aus den Federn und frühstückte ausgiebig.
    
    Langsam hatte ich mich daran gewöhnt, dass das Wetter gut war. Wenn auch selten, kam es doch vor. Sonst gab es immer zwei sehr schöne Tage, die dann von Gewittern beendet wurden. Danach brauchten die Tage lange Zeit, bis sie wieder schön wurden. Dieses Mal war es anders. Tag um Tag war es wunderschön. Der Himmel blau und die Sonne schickte schon früh ihre ersten wärmenden Sonnenstrahlen voraus. Mein Frühstück auf der Terrasse einnehmen zu können, genoss ich in vollen Zügen. Kaffee und leicht gebutterter Toast. Dazu eine gute Konfitüre. Mehr brauchte ich nicht.
    
    Mit einigen nichtssagenden Gedanken saß ich da, und genoss es einfach, dort sitzen zu können. Wie anders wäre es doch bei einem normalen Bürojob gewesen. Hätte ich diesen, würde ich jetzt sicher in einem dumpfen, muffigen Raum ...
    ... sitzen und mich darüber ärgern, dass draußen schönes Wetter war. Es hatte etwas, freiberuflich zu arbeiten. Klar, das Risiko lag bei mir, jedoch schien ich alles richtig gemacht zu haben. Es ging mir gut, anders konnte man es nicht sagen.
    
    Nach dem Essen nahm ich die Zeitung, die mir jeden Morgen in den Briefkasten gesteckt wurde und entschwand für ein paar Minuten in der Welt der Nachrichten. War ich damit fertig, bemerkte ich oft, dass ich hinterher genauso schlau war wie vorher. Die meisten Meldungen brannten sich nicht in mein Gehirn ein. Wenn doch, waren es oft die Unwichtigen, die die keiner wissen musste. Aber auch die verschwanden über den Tag und es kam mir vor, die Zeitung niemals gelesen zu haben.
    
    Nach dem Frühstück wollte ich noch etwa arbeiten, aber ich konnte mich nicht konzentrieren. Samira und Asifa gingen mir jetzt nicht mehr aus den Gedanken. Dabei überlegte ich schon, die beiden zur Grundlage meines nächsten Romans zu machen. Eigentlich war das keine schlechte Idee. Stoff lieferten die beiden genug für einen längeren Roman, wenn auch vieles darin nur erfunden sein würde. Doch warum sollte ich es mir ausdenken. Ich würde wahrscheinlich noch wesentlich mehr erfahren und zum Schreiben haben, wenn ich sie weiterhin besuchte. Das würde gar keine Anstrengung bedeuten, ich musste nur das Gesehene und Erlebte aufschreiben, wie es war. Ganz einfach.
    
    Die nächsten Stunden verbrachte ich mit allem, was mir gerade unter die Finger kam. Nur schreiben tat ich nicht. ...
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