1. Total Untervögelt - der Wolkenbruch


    Datum: 27.02.2020, Kategorien: 1 auf 1,

    ... sich unter den feinen klaren Strahl. Ich blieb auch hier im Türrahmen stehen und wollte meinen Blick ganz einfach nicht von ihr wenden. Es ziemte sich nicht - das war mir klar. Das stand außer aller Zweifel fest - und es war ein dummes geradezu provokant lächerliches Verhalten von mir. Das macht man nicht, verstand sich von selbst - und dennoch ... ich konnte meine Augen und damit verbunden die eine oder andere neidvolle Vorstellung einfach nicht von ihrer nackten Weiblichkeit abwenden.
    
    Vielleicht hatte ich erhofft, dass es ihr peinlich werden sollte. Vielleicht hatte ich erhofft, dass sie geil werden würde. Vielleicht ... ach und ganz ehrlich: Ich weiß nicht, welcher Teufel mich dazu wirklich verleitet hatte. Ich hätte ja auch einen Tee aufsetzen können und ihr dann eine heiße Tasse anbieten und servieren. Das wäre weitaus mehr angebracht gewesen von einem EX-Freund, der so viel noch zusätzlich am Stecken hatte, dass es besser war, sie wusste nur einen Teil der Wahrheit.
    
    Nein! Ich wollte sie ganz einfach sehen.
    
    SEHEN hieß ja noch längst nicht berühren, legte ich mir die einfache und banale Ausrede bereits zurecht. Und außerdem würde ich aufgrund dieser Aktion ihr Aussehen, ihre gar so betont weiblichen Formen einfach nur in besten Tönen loben können. Und Lob hatte noch nie geschadet. Vor allem, wenn er ja davon auch getrieben war, dass ich mir doch gar nichts mehr von ihr erhoffen konnte. Nun denn ... zumindest war das die spontane implizite Reaktion, sozusagen ...
    ... eben!
    
    Jasmin blickte zu mir herüber, während sie ihre Brüste sanft aber doch gründlich einseifte und meinte: "Ist es besser mit ihr?"
    
    "Darauf werde ich nicht antworten!", verweigerte ich ihr die Antwort, die - wie auch immer - auf die eine oder andere Art ohnehin gelogen gewesen wäre. Mich wunderte in dem Moment eigentlich nur, dass ich nicht in die typische Art verfallen war, nachzufragen, was sie denn damit meinte. Komisch, dachte ich mir für einen ganz kurzen Gedanken lang: wie wir noch zusammen waren, hätte ich wohl kaum eine klare und sofortige Antwort gegeben, sondern eher das leidige "wie meinst du denn das Schatzi...?" als Replik gegeben.
    
    Jasmin seufzte, zuckte mit ihren Schultern und murmelte fast nicht hörbar in den Wasserstrahl hinein: "OK - fair genug. Da hätte ich auch keine Antwort darauf gegeben, wenn man mich ...!"
    
    Sie sprach nicht weiter - aber ... verdammt noch mal, das war doch wie die Form einer Andeutung, dass es da einen Grund gäbe, dass ihr diese Frage gestellt worden wäre. Und so wie sie andeutete, dass ich der Gegenstand oder eben der Inhalt der Frage wäre: Ich biss mir etwas heftig auf die Lippen, denn für mich war klar, dass dies ohnehin in gewisser Hinsicht eine Falle sein musste. Hatte sie wirklich jetzt jemand anderen - oder wollte ich die Andeutung einfach falsch verstehen? Diese Frage, selbst wenn sie nicht Hand und Fuß hatte und vollkommen sinnlos und nutzlos war, aber ich konnte sie einfach nicht aus dem Kopf hinaus verdrängen. Ja ...
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