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Ich Wünschte...
Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM
... nicht mehr an all die Banalitäten denken lassen, mit denen ich mich beschäftigt und zu beschäftigen hatte. Ich stand da im Wohnzimmer und starrte auf mein helles Sofa und ihre durchtränkte schwarze Jeansjacke, und dachte an die Flecken, die vielleicht übrig blieben. Waren das die Gedanken einer Lustsklavin? Auf keinen Fall. „Mach schon." Sie saß auf dem Sofa und hatte die Arme ausladend und machtbewusst über die Lehne gelegt, wie es nur ein Mann machte. Ein weiterer tiefer Schluck aus dem Weinglas. Ein kleines Rinnsal rann ihr die Mundwinkel hinab auf ihr T-Shirt, das ebenso durchnässt war. Ich strich über meinen Körper, meine Hüften, meine Taille, blendete die Flecken aus, schloss die Augen. Hatte eine Melodie im Kopf. Billie Holiday, die darüber sang, wie schlecht ihr Mann sie behandelte, und die ihn dennoch liebte. My man he don't love me. He treats me oh so mean. My man he don't love me. He treats me oh so mean. He's the lowest man that I've ever seen. Why did he leave me? Why did he have to go? Went off and left me, baby I loved him so. Die traurigste Sängerin der Welt mit der schönsten Stimme der Welt. Ich strich über meine Brüste unter der Bluse und stellte mir vor, wie ich den betrunkenen Ehemann mit meinen Reizen beschwor, auf dass er mich eben nicht misshandelte. Wie ich mich ihm anbot, ihn zu besänftigen suchte. Wie ich mich ihm schenkte, und mir dafür erkaufte, dass er mir keine Blutergüsse, keine gesprungene Lippe und ...
... kein blaues Auge zufügte. War ich krank? War ich von Sinnen? Wie konnte ich, eine erwachsene, aufgeklärte, emanzipierte Frau mir so etwas vorstellen? Wie konnte ich ernsthaft solche Gedanken hegen? Die Fantasien eines unterwürfigen Weibchens, das still erduldete? Was waren das für Atavismen? Welche Sehnsüchte? Ich schob den Gedanken schnell davon. Schließlich verkaufte ich mich nicht einem betrunkenen, gewalttätigen Kerl, sondern einer betrunkenen Schülerin. Ich ließ meine Hände über meinen Oberkörper gleiten, schwang die Hüften sanft und verführerisch und spürte durch meine geschlossenen Augen ihre Blicke auf mir, als ich langsam die Bluse aufknöpfte. „Weißt du, ich habe keinen Bock auf dieses Rumgeschäkere! Mach voran. Ohne Tanzen. Ich will dich sofort nackt!" Nach einer kleinen Pause fügte sie hinzu. „Und mach die Augen auf. Ich will dir in die Augen sehen!" Die Worte schnitten mir ins Herz. Es waren die kalten Worte eines betrunkenen Grobians. Ich öffnete die Augen und war froh, sie zu sehen. Ihre Weiblichkeit auf meinem Sofa. Mit ihren Haaren, die nass in Strähnen und bläulich scheinend hinunter hingen, wie ihr T-Shirt an ihrem Körper klebte und ihre Brüste betonte. Wie sie da saß. Aber sie saß nicht da, wie meine kleine Göttin. Sie saß anders. Breitbeinig mit lüsternem und vom Alkohol verzerrten Blick. Sie war anders. Warum konnte sie nicht wie eine Frau sitzen? Mit übergeschlagenen Beinen. Bescheiden, wie man das gelernt ...