1. Ich Wünschte...


    Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM

    ... nicht gehorcht?
    
    War ich nicht folgsam gewesen?
    
    War ich nicht artig gewesen?
    
    Wonderwoman begann zu schwächeln. Die Superkräfte waren langsam aufgebraucht. Jemand hatte mir einen Klumpen Kryptonit zugesteckt.
    
    Na toll.
    
    Ich wurde mürrisch und ungehalten und war genervt.
    
    Das Warten machte mich zu einer grauen, verbitterten Sozialbau-Omma, die mürrisch und verwirrt durch die Welt schlurfte und alles um sich herum mit Grau infizierte. Ich war zu einem Schwarzen Loch der guten Laune geworden.
    
    Auf und ab ging es. Wie in der Achterbahn.
    
    Ich bemerkte meinen Stimmungsumschwung und dass selbst meine Gedanken schal und abgestanden waren. Wie meine Warterei. Wie ich mich anfühlte. Schal und abgestanden. Aber so wollte ich den Tag nicht beenden. Ich wollte mich auch nicht runterziehen lassen. Ich wollte auch keine graue Omma sein. Es lag alles an mir.
    
    Und dann wieder Verständnis. Liz hatte noch ein Leben jenseits von mir. Sie hatte Freunde und Verpflichtungen und so. Das musste ich verstehen und ich hatte auch eines oder hätte mir zumindest vorstellen können, eines zu haben.
    
    Ich würde mir einfach etwas suchen müssen.
    
    Liz würde mir nicht die Freunde ersetzen. Ich überlegte, ins Kino zu gehen. Nun, da ich in einer größeren Stadt lebte, hatte ich wieder die Möglichkeit, in die Studentenkinos mit den guten Filmen zu gehen. Warum nicht? Ich suchte in der Zeitung nach dem Kinoprogramm, fand aber nichts Spannendes. Aber ich war immer noch guten Willens und ...
    ... dachte mir, dass ich zumindest für die Zukunft eine Beschäftigung gefunden hätte, und das war ja auch schon was.
    
    Es war Zehn, als das Telefon klingelte. Mein erster Impuls war, nicht dran zu gehen. Wer rief um die Zeit noch an? Meine Mutter höchstens, die wieder von einer neuen Krankheit erzählen wollte, die man an ihr festgestellt hatte und die die Forschung vor ein Rätsel stellte. darauf konnte ich verzichten. Ansonsten vielleicht alte Freunde, aber auf die hatte ich keine Lust in diesem Moment.
    
    Dennoch war ich nach dem zweiten Läuten am Telefon.
    
    „Ich bin's!"
    
    Es war schwer Liz zu verstehen, im Hintergrund tobte eine Party. Die Musik wummerte neben unverständlichen Stimmen.
    
    Sie schien betrunken zu sein, ihre Stimme brüllte jedenfalls in den Hörer und schwankte dabei.
    
    „Ich wollte mich nur für ihre Nachricht bedanken. Sie sind echt süß. Wir werden viel Spaß miteinander haben!"
    
    Im Hintergrund Gelächter. Ich hörte etwas leiser eine andere weibliche Stimme.
    
    „Wer ist das?"
    
    Dann wieder Liz:
    
    „Meine neue Freundin."
    
    „Freundin? Bist du unter die Lesben gegangen?"
    
    Sie lachten.
    
    „Verrückt, nicht wahr?"
    
    „Kenne ich die?"
    
    Liz kicherte.
    
    „Ich glaube schon!"
    
    „Wer ist es?"
    
    „Du wirst es nicht glauben!"
    
    Dann Rauschen in der Leitung und mehr Lachen im Hintergrund.
    
    Dann wieder Liz, die zu mir sprach.
    
    „Keine Sorge, ich habe Sie nicht verraten."
    
    Sie kicherte.
    
    „Noch nicht."
    
    Ich war glücklich, ihre Stimme zu hören. Ich hatte sie nicht ...
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