1. Ich Wünschte...


    Datum: 03.01.2020, Kategorien: BDSM

    ... schlechtes Gewissen hatte und ihre Bemerkung zu der Suche nach den Büchern zeigte, dass sie meine Ausrede als solche identifiziert hatte.
    
    Ich war nicht gut im Lügen, war es noch nie gewesen.
    
    Acht
    
    Liz ersetzte für mich das, was Hans am Ende in der anderen Stadt gewesen war. Jemand, an dessen Schicksal man Anteil nahm.
    
    Warum sie, wo sie doch so verboten war? Eine Lehrerin stellte einer Schülerin nicht nach. Es war ein ehernes Gebot.
    
    Ein absolutes Tabu.
    
    Was ich an ihr mochte? Es war so vieles, und es blieb doch so vage. Was wusste man schon von einem Menschen, den man immer nur flüchtig für wenige Sekunden sah? Immer nur Fetzen und winzige Schnipsel, die man zu einem Bild zusammensetzen musste. Und jedes neues Teilchen bedeutete eine neue Facette. In all dem, was mir an ihr mysteriös vorkam, glaubte ich doch auch immer ein Stück Erkenntnis zu finden. Ich bildete mir, dass ich ihr Herr werden konnte, wenn ich sie nur entschlüsselte.
    
    Insgeheim gab es dahinter aber noch etwas anderes.
    
    Ich bewunderte Liz einfach. Sie strahlte solch eine Sicherheit und Souveränität aus, die man einer Neunzehnjährigen nicht zutraute. Unsicherheit, Zweifel, Hadern, all das schien ihr fremd zu sein. Wie eine Zauberin, die bereits über alle Weltmeere, alle Gebirge und durch alle Länder gereist war, erschien sie mir. Die Weltwunder bei den ersten Sonnenstrahlen gesehen hatte und gegen grimmige Zentauren gekämpft und sie bezwungen hatte. Als hätte der fahle Mond der Unterwelt ihre ...
    ... Haut weiß gegerbt.
    
    Sie hatte so viel Mystisches.
    
    Ich weiß nicht.
    
    In ihren Augen.
    
    So phantasierte ich.
    
    Sie schien durch nichts zu erschüttern zu sein.
    
    Ich bewunderte sie dafür.
    
    Für ihre Sicherheit und das Amazonenhafte, das sie ausstrahlte.
    
    Wäre ich doch auch so unverwundbar wie sie! Hätte ich ihre Stärke!
    
    Obwohl ich mehr als zehn Jahre älter war, konnte ich ihr nicht das Wasser reichen.
    
    Niedergeschrieben wirkt dies vielleicht alles albern und wie blinde Schwärmerei. Aber muss ich mich dessen schämen? Dass ich sie idealisierte? Ich wollte es nicht, und doch tat ich es.
    
    Es waren so viele kleine Dinge an ihr.
    
    Als ich an diesem Abend ein Glas Rotwein zu viel getrunken hatte, in meinem Sessel saß, die Beine angezogen und die Gedanken schweifen ließ, und einmal wirklich ehrlich zu mir war: Da sehnte ich mich danach, in ihren Armen zu liegen und von ihr gestreichelt zu werden. Dann würde sie meine Schmerzen und mein Unsicherheit wegwischen. Sie würde sich meiner annehmen, und ich könnte loslassen und alles fahren lassen, könnte mich treiben lassen. Ich würde mich ihr schenken und ihr die Möglichkeit geben, sich an mir zu laben. Wenn sie sich nur meiner annehmen würde. Ich würde ihr bedingungslos Zugang zu mir gewähren.
    
    Ich sah mich, wie ich vor ihr stand. Sie saß in einem Sessel, die Arme auf den Lehnen. Wie eine Herrscherin trotz ihrer abgerissenen Gothic-Klamotten, die mehr grau als schwarz verwaschen waren. Obwohl es dunkel war, leuchteten ...
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